“Das Wasser strömte schwallartig herein”

"Wir hatten das Lokal voller Gäste, das Wasser strömte schwallartig herein und es war schlagartig alles dunkel“, schildert Elisabeth Suma, Wirtin der "Summer Station“, das Geschehen. "Ich zog mir zum Saubermachen Gummistiefel an, doch die waren bald mit Wasser gefüllt. Leider ist das Lokal nicht versichert.“ So wie sie standen viele Geschäftsleute der Lerchenfelder Straße nach dem extremen Regen vor ­einer Tragödie.
Der Schrecken sitzt bei den Betroffenen noch immer tief. Noch länger werden viele von ihnen unter den finanziellen Folgen zu leiden haben. So berichtet Feinmechaniker Raimund Traunfellner: "Im Keller, wo ich mein gesamtes Zubehör lagere, stand ein halber Meter Wasser, das von zwei Straßen hier reinströmte. Ich bin noch gar nicht dazugekommen, den Schaden zu errechnen, viele Ersatzteile und Nähmaschinen sind zerstört.“ Sinisa Katanic von der Weltapotheke: "Die Feuerwehr musste den Keller auspumpen, wo die Buchhaltung untergebracht ist. Die trocknet mittlerweile im Ofen. Die Versicherung wehrt sich, den Schaden zu begleichen.“
Als Gründe für die Flut nennen Experten von Wien Kanal die Tatsache, dass die Straße ein natürlicher Tiefpunkt im Gelände der Stadt ist. Das Niederschlagszentrum lag zwar weiter draußen im 16. Bezirk, der unterirdisch ­kanalisierte Ottakringer Bach konnte die Wassermassen aber nicht mehr aufnehmen, sie suchten sich oberirdisch ihren Weg durch die Straße.

Weitere Infos

Zahlreiche Bäche fließen unterirdisch und kanalisiert durch Wien. 1739 war Wien als erste Stadt Europas erstmals vollständig kanalisiert. Laut Meteo­rologischer Zentralanstalt kommen Regenfälle wie jene vor einem Monat übrigens alle 50 Jahre vor.

  • Adresse: Lerchenfelder Straße, 1080 Wien

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