“Lila Schafe” machen Meidling bunter

Spezialistin für heikle Fälle

Karin Klaric bietet Rechtshilfe an, in besonders heiklen Fällen. Ihre Klienten sind vor allem Menschen, die nach Österreich geflüchtet sind, hier Asyl beantragt haben und abgelehnt worden sind – das allerdings zu unrecht.

Ein bisschen Farbe

Der Verein, den Karin Klaric gemeinsam mit einigen anderen gegründet hat, nennt sich "Purple Sheep" – quasi "Violettes Schaf": "Wir wollten mit dem Vereinsnamen ein bisschen Farbe in den tristen Alltag des Asylthemas bringen, sonst gibt’s da nicht viel zu lachen, stelle ich Tag für Tag fest", erklärt die 36jährige.

Vertreten werden Unbescholtene

Für wen sich der Verein wirklich stark macht, ist allerdings auch genau definiert: "Wer von uns vertreten wird, muss unbescholten sein, darf sich nichts zu Schulden kommen haben lassen", betont Karin Klaric und stellt gleich klar: "Wenn eine Abschiebung rechtlich korrekt gelaufen ist und richtig begründet ist, dann kann man sich auch nicht dagegen stellen. Viele Leute meinen, wenn jemand abgeschoben werden soll, dann wird das schon seine Berechtigung haben. Das mag in vielen Fällen stimmen. Aber in manchen eben ganz sicher nicht. Da gilt es heraus zu finden, welche Fälle das sind, wo ein Fehler passiert ist."

PurpleEat auf dem Meidlinger Markt

Jüngstes Projekt des Vereins ist ein Stand am Meidlinger Markt. Er nennt sich "Purple Eat" und wartet mit Speisen aus aller Welt auf: "Wir bieten hier nur Speisen nach Originalrezepten unserer Hausbewohner an. Mit dem Kochen haben die eine Aufgabe, und das Essen kommt sehr gut an. Außerdem ist das Lokal ist ein Ort der Begegnung für unser Gemeinschafsprojekt.", erklärt Klaric.

Helene Potetz Preis

Vor kurzem wurde Karin Klaric von den Meidlinger SPÖ- Frauen mit dem Helene Potetz (siehe Fakten) Preis ausgezeichnet.

Dieser Preis wird jährlich an Einzelpersonen oder Gruppen vergeben, die sich durch besondere Verdienste um Frauen in Meidling – sei es durch soziales Engagement, durch Verbesserung des Zusammenlebens oder durch andere Projekte zur Frauenförderung – auszeichnen.

Helene Potetz (1902-1987) war ursprünglich Stenotypistin.
Sie schloss sich 1919 der sozialdemokratischen Jugendbewegung an und wurde 1922 Mitglied der SDAP. Nach dem Februar 1934 war sie als Widerstandskämpferin führend bei den Revolutionären Sozialisten tätig. Sie war für den illegalen Transport der Arbeiter-Zeitung von der Tschechoslowakei nach Österreich zuständig. 1937/38 und erneut 1939 wurde sie verhaftet. 1941-1945 verbrachte sie im KZ Ravensbrück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Helene Potetz seit 1945 dem Wiener Gemeinderat an. Außerdem war sie Redakteurin bei der sozialdemokratischen Zeitschrift Die Frau. 1949–1959 war Potetz Vorsitzende des Gemeinderates, von 1959–1967 3. Präsidentin des Wiener Landtages.

Sie wurde am Wiener Südwestfriedhof bestattet.

  • Adresse: Arndtstrasse 88, 1120 Wien