„Kinder kommen bei EU-Vorgaben zu kurz“

Anlässlich von „Kleine Helden – große Chancen", einer berührenden Hommage an den Wert jedes noch so jungen Lebens, hat das WIENER BEZIRKSBLATT mit Dr. Michael Dworzak gesprochen. Der Oberarzt der Onkologie im St. Anna Kinderspital widmet sein Leben seit über zwei Jahrzehnten der Kinderkrebsforschung.

Spenden dringender denn je gebraucht

Allerdings wird Dworzak und seinem Team mit Weltruf vielleicht bald das Geld ausgehen. „Die EU behandelt die Kinderkrebsforschung nach einer Veränderung der Richtlinien seit 2004 wie die Pharmaindustrie, mit den gleichen Auflagen." Die Realität, vor allem der finanzielle Hintergrund, sieht jedoch hier völlig anders aus als bei der Medikamentenforschung. So verschlingen zusätzliche Kontroll- und Monitoringstudien Unmengen an Geld.

„Kinder werden im Vergleich zu erwachsenen Krebspatienten weit weniger von der EU unterstützt." Man ist mehr denn je auf Spendengelder angewiesen, um die EU-Auflagen zu erfüllen – so das denn überhaupt geht. „Die internatio­nale Zusammenarbeit hat sich derart verkompliziert, dass sie nicht mehr umsetzbar ist", so Dworzak. Der Film kommt nicht nur auf diese Problematik zu sprechen, sondern zeigt, wie die Alsergrunder Institu­tion tagtäglich Berge versetzt -­ von Ex-Patienten mit einer Tour auf den Großglockner vor Augen geführt.

Die 45-minütige TV-Doku ist am Donnerstag, 12. August 2010, 20:15 auf 3sat zu sehen.

Kinderkrebsforschung in Österreich
Die St. Anna Kinderkrebsforschung ist ein multidisziplinäres, international vernetztes Kompetenzzentrum, dessen Zielsetzung es ist, durch Forschung und Entwicklung zur Verbesserung der Heilungsraten von Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen beizutragen. Im Juni 1988 nahm das ­Institut für Kinderkrebsforschung in St. Anna
seinen Betrieb auf. Heute liegen die Über­lebenschancen für Kinder bei
75  Prozent. In den 70er Jahren lag die Über­lebensrate bei 20 Prozent.

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