Ärger in der Gardegasse

Wie eine Verkehrsberuhigung zu einer lokalen Gemütsbeunruhigung geführt hat 

Aufregung herrscht im Grätzel hinter dem Volkstheater. Die Gardegasse ist seit Ende Oktober Streitpunkt zwischen einer Bürgerinitiative und dem grünen Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger. Zur Vorgeschichte: Vier Jahre lang war darüber diskutiert worden, wie die lärmgeplagten Anrainer der Gardegasse zu mehr Ruhe kommen können. Die vollständige Gasse zur Fußgängerzone zu machen stand ebenso im Raum wie eine Wohnstraße.

Herausgekommen ist letztendlich ein Kompromiss: Der mittlere Teil zwischen Hausnummer 3 und 9 wurde zur Fußgängerzone. Hier ist die Zufahrt nur Montag bis Freitag von 6 bis 10.30 Uhr möglich. Und die Einbahnführung der Gasse wurde umgedreht. Einige Parkplätze sind dadurch verschwunden. In einem Bezirk, in dem Parkplätze selten sind wie Bäume, ein Rückschlag für PKW-Besitzer. Außerdem müssen Anrainer durch die Einbahnregelung einen Umweg fahren, um nach Hause zu kommen. Und zu allem Überdruss schreibt die Exekutive in der Gardegasse heftig an Strafzetteln. "Die Kommunikation mit den Betroffenen hat hier nicht hingehaut“, räumt der Bezirksvorsteher ein. "Aber es gibt einige, die sagen: Jetzt ist es hier endlich ruhig.“

Sein Stellvertreter sieht das anders. "Zu mir kommen Anrainer, Müllabfuhr und Feuerwehr und beschweren sich über die neue Regelung“, so Rainer Husty (SP). Inzwischen hat sich die Gegnerschaft zur "Gardegasse neu“ zu einer Bürgerinitiative institutionalisiert. "Initiative pro 1070“, nennen sich die streitbaren Anrainer. Sie sammeln fleißig Unterschriften für die Rücknahme der Neugestaltung. Am 1. Dezember kommt es zum Showdown mit Blimlinger. Im Café Volkstheater stellt sich der Bezirksvorsteher der Initiative. "Wir werden dort über Lösungen reden, aber wir werden die Gardegasse nicht so schnell wieder ändern“, so Blimlinger. "Bei jeder neuen Regelung müssen sich die Menschen erst daran gewöhnen.“

  • Adresse: Gardegasse, 1070 Wien

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