Ärger über die Taubenattacke

"Sch… Schon wieder in den Taubendreck gegriffen.“ Das denken sich viele Fahrgäste, die in der U-Bahn-Sta­tion am Westbahnhof die Roll­treppe benützen. Dort ­dürften die Flügeltiere, die in Wien die Menschen polarisieren wie kein anderes Federvieh, eine neue Lieblingsbrutstätte entdeckt haben. Sehr zum Leidwesen der Fahrgäste der Wiener Linien.
Während an anderen Orten in der U-Bahn-Station als Abwehrmaßnahmen spitze Stifte, die Tauben abschrecken sollen, eingesetzt werden, können es sich Trude Teufelstaube und ihre Artgenossen über der Rolltreppe gemütlich machen. "Alles, was wie ein Schacht aussieht, wirkt für Tauben anziehend“, weiß Hermann Gsandtner von der Tierschutzombudsstelle Wien. "Ein mögliches Mittel, die Tiere von dort fernzuhalten, wäre ein Taubenabwehrnetz. Aber ich kenne die Örtlichkeit nicht so genau und kann daher nicht sagen, ob dort so etwas überhaupt möglich wäre.“
In Wien werden pro Jahr tonnenweise Getreide, Mais, altes Brot und Speisereste an Tauben verfüttert. Für manche, vor allem einsame ältere Menschen ist der Kontakt zu den Vögeln oft die letzte intakte soziale Beziehung. Dem gegenüber stehen jene Menschen, die sich über mit Taubenkot verschmutzte Hauseingänge, Fensterbretter und Balkone ärgern. Oder über verschmutzte Rolltreppengeländer. Was also tun, um den Hausfrieden unter allen Wienern herzustellen? "Nicht füttern vertreibt die Tauben nicht“, erklärt Gsandtner. "Diese Tiere finden immer etwas zu essen, halten sich deshalb gerne beispielsweise in der Nähe von Imbissständen auf.“ Was andererseits bedeutet, dass das Füttern durch Menschen überhaupt nicht notwendig wäre. Die Rolltreppenbenützer am Westbahnhof jedenfalls zählen wohl kaum zur Spezies der "Fütterer".

  • Adresse: Westbahnhof, 1150 Wien

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