171 Jahre und schießt noch immer scharf

Uni und Galerie WestLicht reaktivieren die älteste Kamera der Welt

Die "Daguerreotypie“, entwickelt von dem französischen Maler Louis Daguerre, bereitete im 19. Jahrhundert den Weg für die Fotografie. Mittels Quecksilberdampf und Goldlösung wird das Bild auf Silberplatte gebannt. Bei der Aufnahme lenkt allerdings kein Spiegel das Bild um, die Abbildung ist daher seitenverkehrt. Das Institut für Organische Chemie der Universität Wien weckt gemeinsam mit der Wiener Galerie WestLicht die älteste Kamera der Welt für ein Kunstprojekt aus dem Dornröschenschlaf.

Scharfe Entwicklung

Mit der "Daguerreotype Susse Frères“ aus dem Jahr 1839 stellte man eine Daguerrotypie aus der Fotosammlung der Albertina originalgetreu nach –­ den "Blick auf den Michaelerplatz“ von Andreas von Ettingshausen, aufgenommen 1840. Die Entwicklung der silberbeschichteten, mit Brom oder Iod aktivierten Kupferplatten erfolgte wie damals mittels Quecksilberdampf. "Kein ungefährliches Unterfangen, aber wir verfügen über das entsprechende Know-how und ein gut ausgestattetes Labor“, so Harry Martin vom Institut für Organische Chemie. Ein Bad in 90 Grad heißer Goldchloridlösung sorgte für noch mehr Schärfe.

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