45 “Schmuggelpapageien” geschlüpft

Mitte April gelang den Zoll-Beamten am Flughafen Schwechat ein großer Schlag gegen den Tierschmuggel: Zwei Jamaika-Urlauber hatten 74 Papageien-Eier zweier gefährdeter Amazonenarten, der Jamaika- und der Rotspiegelamazonen, im Gepäck. Die beiden Arten sind vom Aussterben bedroht, ihr kommerzieller Handel ist verboten. Das Geschäft mit den Tieren ist lukrativ, zahlen Liebhaber doch hohe Preise. Der Flughafen hat die beschlagnahmten Eier dem Tiergarten Schönbrunn übergeben.

Aus 74 Eiern konnten 45 Vögel aufgezogen werden – ein sensationeller Erfolg. "Innerhalb kürzester Zeit mussten Teams aus erfahrenen Pflegern gebildet, Räumlichkeiten adaptiert, Brutschränke angeschafft und Futter besorgt werden. Bis zu zehn Pfleger sind im Einsatz, ohne deren persönliches Engagement all das nie möglich gewesen wäre", sagt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Auch der Verwaltungsaufwand bei der Aufzucht der Vögel ist groß. Über Gewicht, Futteraufnahme und Allgemeinzustand jedes Vogels wird genau Buch geführt – ein Muss bei gefährdeten Arten, helfen die Daten doch, mehr über die Tiere zu erfahren. 

Die Rotspiegel- und Jamaikaamazonen sind durch den Menschen bedroht. Die feuchten Wälder Jamaikas werden durch Abholzung und Siedlungsbau stetig kleiner. "Der Tiergarten Schönbrunn wird von beiden Arten einige Tiere behalten", sagt Schratter. "Die restlichen Papageien werden an andere wissenschaftlich geführte Zoos abgegeben. Geplant ist außerdem, ein Erhaltungszuchtprogramm aufzubauen." Neben Papageien-"Babyfutter" bekommen die Tiere Zwieback, Keimlinge, Gemüse, Samen und Obst. Bevor sie in einigen Wochen für Besucher zu sehen sein werden, üben sie fleißig klettern und fliegen. 

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