90 Jahre Wiener Gemeindebau

Heute, fast ein Jahrhundert später, gibt es knapp 2.000 in der Stadt. 220.000 soziale Wohnungen bedeuten ein Fünftel aller Appartements Wiens, rund einem Drittel der Wiener Bevölkerung sind sie ein Zuhause. Ein Ende ist noch lange nicht erreicht: Neue Wohnformen entstehen, ganze Stadtteile tragen die Idee vom leistbaren Wohnen ins 21. Jahrhundert. Der soziale Wohnbau ist ein "Ur-Wiener" Erfolg, der – wie so oft – seine Wurzeln in der Geschichte hat.

Der "Superblock"

Der Metzleinstaler Hof, Spatenstich 1923, ist der erste "echte" Gemeindebau und begründet mit seinen 252 Wohnungen das heurige Jubiläum. In den nächsten Jahren kommen insgesamt rund 66.000 Wohnungen dazu. Es entstehen "Superblocks" wie der Karl-Marx-Hof. Über mehr als einen Kilometer Länge erstreckt er sich entlang der Heiligenstädter Straße. Er ist bis heute der größte Wohnbau der Welt.

Intelligent ins neue Jahrtausend

Heute leben rund sechzig Prozent aller Wienerinnen und Wiener in einer geförderten Wohnung – entweder in einer der 220.000 Gemeindewohnungen oder in einer der 200.000 mit Fördermitteln des Landes Wien errichteten Wohnungen.

Es gelten die Leitbilder "Service" und "smart". Wiener Wohnen wird zur Unternehmung der Stadt Wien, zur zentralen Anlaufstelle und zum Service-Knotenpunkt für alle Kundinnen und Kunden. Schneller, praktischer, freundlicher kommen Wienerinnen und Wiener zu ihrem Zuhause.

Die Stadt wächst

Neue Stadtteile entstehen: aspern Die Seestadt Wiens zum Beispiel, eine Stadt in der Stadt. "Smart City" heißt intelligentes Design und Verknüpfung aller Lebensbereiche: Verkehr, Infrastruktur, Wohnkomfort. Ausgestattet mit Hochtechnologie, ausgerichtet auf Umwelt, ausgelegt für Mieterinnen und Mieter. Die ersten Wohnungen der aspern Seestadt sind 2014 bezugsfertig, bis 2025 kommen 8.500 hinzu.

Weltweites Ansehen

Nicht nur Projekte wie aspern Seestadt und das Sonnwendviertel beim neuen Hauptbahnhof bringen der Stadt Anerkennung aus aller Welt: Insgesamt vermietet Wiener Wohnen über 13 Millionen Quadratmeter Wohnfläche an 500.000 Menschen. Sie genießen die Lebensqualität von 7.600 Liften, 1.300 Spielplätzen und 600 Hektar Grünflächen zu einem leistbaren Preis.

Ausstellung

Anlässlich des 90-Jahr-Jubiläums des ersten kommunalen Wohnbauprogramms Wiens findet im Architekturzentrum Wien (AzW) die multimediale Ausstellung "Gemeinde baut – Wiener Wohnbau 1920 bis 2020" statt.

Es gibt keine andere Stadt in Europa, die über eine derartige Kontinuität der sozialen Wohnungspolitik verfügt und diese auch nicht aufgegeben hat, als der Zeitgeist Neoliberalismus und Privatisierung diktierte. Die Stadt bekennt sich zu den Gemeindebauten und hat im Gegensatz zu vielen anderen Städten zu keinem Zeitpunkt einen Verkauf dieses kommunalen Eigentums in Erwägung gezogen, weil das der Spekulation und dem Steigen der Mieten massiv Vorschub leisten würde.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig

1919 wird Wien nach der Gemeinderatswahl zur ersten sozialdemokratischen Millionenstadt weltweit. Die Bürgermeister Jakob Reumann (ab 1919) und Karl Seitz (ab 1923) begründen das Schlagwort vom "Roten Wien". Sie lancieren Wohnbauprogramme, finanziert durch eine neue Wohnbausteuer. Zweckgebunden macht sie die Vision von "Licht, Luft und Sonne" zur Wirklichkeit: Leistbare Wohnungen entstehen mit Blick aufs Grüne und großzügigen Einrichtungen für ihre Bewohnerinnen und Bewohner: Bäder, Büchereien, Kindergärten und Waschküchen dienen der Gemeinschaft.

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