Anstoßen? Aber mit Vorsicht

Entlang der Linzer Straße, am Laurentiusplatz bei der Breitenseer Kirche
oder in Hütteldorf. Überall schießen sie wie Schwammerln aus dem Boden, die
beliebten Schanigärten.
Die Tradition in Wien, den Gastbetrieb von der Wirtsstube auf den Gehsteig zu verlegen, reicht bis ins Jahr 1705 zurück. Der französische Name für den Diener Johann, Jean, hat zum wienerischen „Schani“ geführt. Der Diener wurde aufgefordert: „Schani, trag den Garten auße.“
Heute gibt es in ganz Wien 1.800 Jeans, die vor kurzem Tisch und Sessel auf den Gehsteig gestellt haben. So viele Schanigärten sind aktuell registriert. Tendenz steigend: „Täglich kommen rund zehn neue Anmeldungen herein. Ein Ende ist noch nicht abzusehen“, so Gastronomie-Spartenobmann Wilhelm Turecek zum WIENER BEZIRKSBLATT. „Auffallend ist, dass sehr viele kleine Flächen angemeldet werden.“ Das spricht dafür, dass viele Wirte über den Umweg Schanigarten ein Rauchereck im Freien schaffen wollen: „Dabei sind aber wasserdichte Sonnenschirme gefragt“, sagt Turecek.
Ob die neuen Gärten auch wirklich genehmigt werden, ist offen. Eine Kommission unter Leitung des Magistratischen Bezirksamtes mit Beteiligung von Feuerwehr, Polizei, MA 19 und 46 entscheidet darüber.
Grundsätzlich unter­scheidet sich ein Schanigarten von einem normalen Gastgarten dadurch, dass er auf ­öffentlichem Grund steht. Neben Auflagen, etwa dem Mindestabstand von zwei Metern zwischen Lokal und Garten und Abstand gegen­über eventuellen Parkplätzen, ist es auch nötig, auf Anrainer Rücksicht zu nehmen.
Ein Schani­garten kann von 8 bis 23 Uhr geöffnet haben. Mit Ausnahmeregelung auch bis Mitternacht. Damit der Aufenthalt im Gastgarten für alle ein schönes Erlebnis wird, sollte von lautem Reden, Musizieren und Singen, gerade in den Abendstunden, Abstand genommen werden. Dann spricht nichts mehr
gegen lauschige Stunden an der frischen Penzinger Luft.

  • Adresse: Laurentiusplatz, 1140 Wien

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