Aus für geplantes Wohnhaus am Heumarkt

Das Hochhausprojekt am Heumarkt beim Wiener Eislaufverein sorgt seit Wochen für gehörigen Gesprächs- und Streitstoff. Jetzt wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt und eine „Nachdenkpause“ veordnet.

Die Innere Stadt, das historische Zentrum Wiens, gehört seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Doch das könnte sich bald ändern, nämlich dann, wenn der 75 Meter hohe Luxuswohnturm am Heumarkt Wirklichkeit werden würde. Das behaupten zumindest die zahlreichen Gegner des Projekts, die seit der Veröffentlichung der Baupläne 2014 dagegen Sturm laufen. Denn das Wohnprojekt direkt neben dem Wiener Eislaufverein würde das Stadtbild – insbesondere die sogenannte Canaletto-Sichtachse vom Schloss Belvedere auf die Innenstadt – verstellen, und damit den Kulturerbe-Status gefährden. Zustimmung bekommen die Projekt-Gegner von der UNESCO, die das Projekt schon mehrmals als kritisch beurteilt hat.

Bald vor EU-Gericht?
In einem vor zwei Wochen an die Stadtregierung adressierten 20-seitigen Brief drohten die Projektgegener damit, rechtlich gegen die Pläne vorzugehen und sogar die EU-Gerichte einzuschalten. Denn laut Welterbekonvention sei Österreich dazu verpflichtet, historische Kulturgüter zu erhalten. Außerdem verstoße die Wiener Bauordnung gegen geltendes EU-Recht, da das Flächenumwidmungsverfahren angeblich nicht rechtskonform durchgeführt worden ist. Schien man im Rathaus anfangs noch immun gegen die Vorwürfe, so kam vor einigen Tagen die unerwartete Kehrtwende: Stadträtin Vassilakou hat eine „Denkpause“ verordnet und das Projekt bis auf weiteres auf Eis gelegt.

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