Ausstellung: Models und ihr Spiegelbild

Für das Projekt Wieso? stellt das citronenrot-Team, bestehend aus den Fotografinnen Gerlinde Gorla und Gabriela Koch, ausgewählten Modefotografien, die als Plakate oder Anzeigen erschienen sind, ihr eigenes Spiegelbild gegenüber. Die Fotografinnen stolperten im Lauf ihres Berufslebens immer wieder über absurde Modefotos: Models mit einem Body-Mass-Index unter 19 wurden dort digital zu anatomischen Absurditäten gestreckt, verzerrt und zusammengestoppelt. Haut wurde zu wächsernen Oberflächen retuschiert, kein Härchen und keine Unebenheiten sind je zu sehen.

Die Fotografinnen begannen diese Bilder akribisch mit Hilfe ihrer eigenen Körper zu re-inszenieren, die Ergebnisse sind unretuschiert und neben den Originalen zu sehen und stellten sich dabei folgende Fragen: Wieso wird Mode für erwachsene Frauen mit Bildern von 12-Jährigen verkauft? Wieso schaut das Model aus wie das Opfer eines Gewaltverbrechens? Wieso zählt der minimale Schattenwurf, statt der maximalen Ausstrahlung? Wieso lassen wir uns das gefallen? Wieso schreien wir nicht: „Das ist krank! Das macht krank!“?

Gerlinde Gorla (41) und Gabriela Koch (46) arbeiten seit 15 Jahren zusammen. In ihrem Wiener Atelier machen sie keine Modefotografie. Sie sehen sie aber. Mit dem Blick der Fotografin. Der Frau. Der Mutter. Von Töchtern.

Die Ausstellung ist bis zum 30. November 2016 in der Gebietsbetreuung am Max-Winter-Platz 23 im 2. Bezirk zu sehen.

 

 

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