Joham

Brigittenau: Bezirksvorsteher Derfler zu Wohnbau und Mietpreisen

Herr Bezirksvorsteher, die Brigittenau hat im vorigen Jahr das geringste Bevölkerungswachstum aller Wiener Bezirke verzeichnet. Wie sieht die künftige Entwicklung aus?

Derfler: Die Brigittenau ist im Vorjahr gering gewachsen und hat derzeit 85.800 Einwohner. Allerdings werden wir laut Prognosen bis 2025 der am zweitstärksten wachsende Bezirk nach der Donaustadt sein.

Eng damit in Zusammenhang stehen zwei große Wohnbauprojekte: Einerseits die beiden Bauteile auf der Dresdnerstraße für 1.000 Personen. Wie weit ist man hier?

Es wird gerade die Widmung vorbereitet, für die eine Zustimmung des Gemeinderats und der Bezirksvertretung erforderlich ist. Ich rechne mit einem Baubeginn im Frühjahr 2018.

Das andere ist der Nordwestbahnhof, auf dessen Gelände später 15.000 Menschen wohnen sollen. Wie groß ist das Interesse?

Riesengroß. Unsere Ausstellung, die seit Anfang Mai in der Gebietsbetreuung zu besichtigen ist, erfreut sich noch immer regen Zuspruchs. Im Gegensatz zu dem, was etwa die Neos sagen, lege ich größten Wert auf Beteiligung und Interesse unserer Bürgerinnen und Bürgern.

Heißt das, der Bevölkerungszuwachs ist eine Folge des starken Wohnungsbaus?

Nein. Die Menschen würden ohnehin in die Brigittenau zuziehen, und daher müssen wir hier Wohnraum schaffen.

Es heißt, dass die Mietpreise auch im Zwanzigsten im Steigen sind.

Leider ja. Insbesondere in Augartennähe, aber prinzipiell ist das im ganzen Bezirk der Fall. Daher ist es wichtig, dass geförderte Wohnungen gebaut werden. In den beiden Bauteilen, die an der Dresdner Straße entstehen, wird es zwei Drittel geförderte Wohnungen geben.

Es gab vor einiger Zeit die Idee der Stadtregierung, dass jeder Bezirk eine Begegnungszone haben sollte. Wird es so etwas in der Brigittenau geben?

Dafür gibt es bei uns keinen Platz. Auf der Wallensteinstraße etwa wäre das ein unfreundlicher Akt gegenüber den BenutzerInnen. Frau Vassilakou hat ausdrücklich gesagt, dass nur dort über Begegnungszonen nachgedacht werden soll, wo der Bezirk das wünscht.

Zum Thema Kriminalität im Bezirk: Ist die Situation rund um Maria-Restituta-Platz entschärft?

Die Gegend bei der U6-Station Handelskai ist ein Verkehrsknotenpunkt, und dort gibt es – wie an anderen Bahnhöfen, mit 200.000 benutzerInnen täglich – eine hohe Fluktuation. Allerdings sind gerade dort ständig Polizeistreifen zu Fuß unterwegs, um zu kontrollieren. Worauf man allerdings überall großen Wert legen muss, ist eine gesunde soziale Durchmischung. Das ist bei uns gelungen. Und daher haben wir in Wien keine Ghettos wie etwa in Paris oder in Brüssel.

Wie steht es um die Drogenkriminalität?

Seitdem die neue Gesetzeslage gilt, findet der Drogenhandel nicht mehr unter aller Augen statt. Es wäre allerdings naiv zu glauben, dass die Sache damit erledigt ist. Sowohl wir von der Bezirksvorstehung als auch die Polizei und die JugendarbeiterInnen halten die Augen offen. Es muss verhindert werden, dass sich die Suchtgiftszene beispielsweise in die Parks verlagert.

Zum Abschluss eine sportliche Frage: Wer wird Europameister?

Spanien holt das Triple.

Danke für das Gespräch.

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