Brigittenauer Trafikant als Retter und Sprinter

Als Ismail Cakici (26) am Vormittag des 20. Jänner wie so oft vor seiner Trafik an einer Zigarette zog, begegnete ihm der blanke Horror: "Ich dachte nur, dass meine Pause vorzeitig enden würde, weil ein etwa 40-jähriger Mann unweit der Trafik auf meine Straßenseite wechselte – da raste plötzlich das Auto herbei.“ Ungebremst wurde der Fußgänger erfasst, über das Fahrzeug geschleudert und Kopf voran auf den Asphalt geworfen.

Ein Wettlauf gegen den Erstickungstod

In Sekundenschnelle lief Cakici zum blutüberströmten Opfer: "Der Mann röchelte. Ich befreite seinen Mundraum mit den Fingern vom Blut und brachte ihn in die stabile Seitenlage.“ Der vom Lärm alarmierte Hausnachbar eilte herbei und rief die Rettung. Cakici: "Ich sah mich nach dem Lenker um – doch das Unfallfahrzeug war weg! Als ich es an der roten Ampel der Kreuzung stehen sah, lief ich hin!“ Der etwa 50-jährige, sichtlich alkoholisierte Fahrer gab sich ahnungslos und fragte: "Was ist denn passiert?“ Als die Ampel auf Grün sprang, fuhr der Wagen los, kam aber nicht weit: Nach sechs Metern hatte Cakici zu Fuß zur Fahrertür aufgeschlossen, riss sie auf und hielt den Mann bis zum Eintreffen der Polizei fest. Dass ihn nun türkische Blätter europaweit als Helden feiern, ist Cakici peinlich: "Wer wenig hat, aber mit einer Spende für Haiti Leben rettet, ist ein Held. Ich habe nur reflexartig gehandelt.“ Das Opfer befindet sich wegen eines Schädelhirntraumas in künstlichem Tiefschlaf, der Lenker muss sich vor Gericht verantworten.

  • Adresse: Rauscherstraße, 1200 Wien

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