Das erste Zirkusbaby Floridsdorfs heißt Naomi

Ganze vier Monate alt und schon in der Manege – vorerst zumindest nur für ihre Taufe. Am Samstag, dem 18. September, fand im Circus Belly in der Jedlersdorfer Straße die Taufe des Zirkusnachwuchses Naomi statt. Geladen waren Familie, Freunde und Zirkuskollegen sowie jeder Interessierte, der noch nie eine traditionelle Zirkustaufe erlebt hatte. Die kleine Naomi und ihre Geschwister, der zweieinhalbjährige Leandro und die sechsjährige Loredana, sind bereits die fünfte Generation des letzten Familienzirkus Österreichs. Die insgesamt 18-köpfige Zirkusgruppe tourt so gut wie das ganze Jahr durch Österreich. Mit dabei sind sogar die 78-­jährige Urgroßmutter und der 90-jährige Urgroßvater von Naomi: "Zirkusfamilien bleiben bis zum letzten Atemzug zusammen!“ Das Auftreten lassen sie aber mittlerweile bleiben – schließlich sind sie ihr ganzes Leben lang in der ­Manege gestanden.

Ganze Familie im Zirkusleben aktiv

Naomi, selber vielleicht einmal ein großer Star am Zirkushimmel? "Nur, wenn sie möchte. Wir zwingen unsere Kinder auf keinen Fall, uns ein Leben lang zu begleiten und im Zirkus aufzutreten. Das ist ganz allein ihre Entscheidung“, so die Großmutter ­Silvia Renz-Klimond, die in die Zirkusfamilie Belly eingeheiratet hat. Vorgekommen ist es jedoch noch nie, dass eines der Kinder den Zirkus verlassen hat. Silvia Renz-Klimond selbst kommt aus der siebenten Generation der deutschen Zirkusfamilie Renz. Naomis Geschwister treten jedenfalls schon bei Clownnummern auf. Sie selber kann später wählen, ob sie lieber wie ihre Mutter Angelina auf dem Seil oder als Trapezkünstlerin und Jongleurin auftreten oder wie die Großeltern mit Tieren arbeiten möchte.

Als Wanderschüler auf Austro-Tournee

Der Alltag eines Zirkuskindes unterscheidet sich jedoch erheblich von dem eines anderen Kindes. Als Wanderschüler gehen die Kinder in jedem Ort, wo sie haltmachen, in eine andere Schule. In großen Städten wie Wien bleibt der Circus Belly bis zu vier Wochen, in kleineren Orten etwa fünf Tage. 450 bis 480 verschiedene Schulen wird die kleine Naomi voraussichtlich bis zu ihrem Schulabschluss besucht haben. Ausschließlich im Winter verbringt die Familie zwei bis drei Monate in ihrem Winterquartier im Burgenland. Dort haben die Kinder einen fixen Schulplatz, wohin sie immer wieder zurückkehren. Ein gefestigter Freundeskreis an einem Ort ist bei diesem Lebenswandel natürlich nicht möglich und lässt vermuten, dass der Abschied vielleicht manchmal schwerfällt: "Für die Kinder ist das kein Problem. Sie wachsen ja von klein auf so auf. Das wird für sie zur Gewohnheit. Das Zirkusleben macht ihnen ja auch Spaß, sonst wären sie nicht ihr ganzes Leben lang bei uns dabei“, so Oma Renz-Klimond. "Das Zirkusleben ist ein hartes Brot, aber ein schönes Leben.“

Der Wanderzirkus gastiert noch bis einschließlich 10.Oktober an der Ecke Jedlersdorfer Straße/Stammersdorfer Straße. Vorführungsbeginn: Do. bis So., jeweils um 15 Uhr

  • Tel.: 0664/552 32 40
  • Adresse: Jedlersdorfer Straße, 1210 Wien

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