Das rote Wien im Waschsalon

Das „Neue Wien“ der 1920er und frühen 1930er Jahre war ein einzigartiges gesellschaftspolitisches Experiment, das sämtliche Lebensbereiche umfasste – von der Sozial- und Gesundheitspolitik über das Bildungswesen bis zum sozialen Wohnbau. Auch die Schaffung neuer Erholungs- und Freizeiträume war integraler Bestandteil dieses Experiment. Zur sportlichen Betätigung der Bevölkerung wurden neue Spiel- und Turnplätze eingerichtet.

Karl-Marx-Hof: Stadt in der Stadt

Die größte Errungenschaft des Roten Wien war jedoch der kommunale Wohnbau. Insgesamt wurden in knapp 10 Jahren über 380 Gemeindebauten mit mehr als 64.000 Wohnungen errichtet, manche davon als regelrechte "Stadt in der Stadt" mit eigener Infrastruktur. Einer dieser Wohnbauten war der Döblinger Karl-Marx-Hof. Er wurde nach Plänen des Otto-Wagner-Schüler Karl Ehn als Musterbeispiel eines monumentalen "Superblocks" errichtet. Der Karl-Marx-Hof verfügte von Beginn an über zwei Zentralwäschereien mit 62 Waschständen, zwei Bäder mit 20 Wannen und 30 Brausen, zwei Kindergärten, eine Zahnklinik, eine Mutterberatungsstelle, eine Bibliothek und ein Jugendheim, ferner über ein eigenes Postamt, eine Krankenkasse mit Ambulatorium, eine Apotheke und 25 Geschäftslokale. Ursprünglich gab es im Karl-Marx-Hof 1.382 Wohnungen für etwa 5.000 Menschen. Heute sind es durch Zusammenlegungen noch 1.272 Wohnungen. Im Februar 1934 war der Karl-Marx-Hof ein Zentrum des Widerstandes gegen den Austrofaschismus.

Führungen durch den Waschsalon

Jeden Sonntag finden Führungen durch die Dauerausstellung über das Rote Wien statt.
12., 19. und 26. Januar 2014
2., 9., 16., und 23. Februar 2014
2., 9., 16., 23. und 30. März 2014
6., 13., und 27. April 2014
(20. April, Ostersonntag: geschlossen)

Treffpunkt: Jeweils um 13 Uhr im Waschsalon Nr.2.

Anmeldung nicht erforderlich.

Eintritt & Führung: 5 Euro pro Person 

Das Rote Wien im Waschsalon

Die Ausstellung

Das "Neue Wien" der 1920er und 1930er kann als gesellschaftspolitisches Experiment gesehen werden, das alle Lebensbereiche erfasste: von der Sozialpolitik über das Bildungswesen bis zum Wohnbau gab es in allen Bereichen große Umbrüche. Alles über diese Zeit zeigt die neue Dauerausstellung "Das Rote Wien im Waschsalon".

80 Jahre saubere Wäsche

Seit der Eröffnung des Karl-Marx-Hofes 1930 ist der Waschsalon Nr. 2 in Betrieb. Generationen von Gemeindebaubewohnern haben hier ihre Wäsche gewaschen. Nun wird er im ersten Stock und im Dachgeschoss zur Ausstellungsfläche.

WAS: Dauerausstellung "Das Rote Wien im Waschsalon"


WANN: 
Donnerstag 13 bis 18 Uhr, Sonntag 12 bis 16 Uhr
WO: Karl-Marx-Hof Waschsalon Nr. 2
        19., Halteraugasse 7
INFO: www.dasrotewien-waschsalon.at