Denkmalschutz für Graffiti

Während der umtriebige Sprayer „Puber“ in U-Haft sitzt, wird im 3. Bezirk Graffiti erstmals in Österreich unter Denkmalschutz gestellt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen geschmierten Spitznamen, sondern um die Wandbilder der Arena in der Baumgasse.

Bunte Protestkultur

„Bei der Gestaltung der Oberflächen des ehemaligen Schlachthofs handelt es sich um Frühwerke mittlerweile international anerkannter heimischer Künstler wie Nychos, Die Made oder Fat Cat“, erklärt Oliver Schreiber vom Denkmalamt im Gespräch mit dem WIENER BEZIRKSBLATT.

Die ältesten Graffiti an den Wänden der Arena sind ein Friedenszeichen und der – mittlerweile zum Logo gewordene – Schriftzug „Arena“ im Eingangsbereich – sie stammen aus dem Jahr 1977. In den 1990er Jahren fand ein internationaler Graffiti-Wettbewerb statt – die Ergebnisse werden ebenfalls geschützt. Die letzten Fassadenkunstwerke stammen aus den frühen 2000er Jahren. Sie alle sollen in den nächsten Jahren instand gesetzt werden.

Historische Bedeutung

Ob ein Objekt unter Denkmalschutz gestellt wird, hängt nicht in erster Linie mit dessen Alter zusammen. „Bei den Wandbildern der Arena handelt es sich um den Ausdruck einer zivilgesellschaftlichen Protestkultur (die Arena wurde in den 1970ern besetzt, Anm. d. Red.), die von historischer Bedeutung ist. Deshalb gibt es auch ein öffentliches Interesse an der Erhaltung“, so Schreiber.

  • Web: http://
  • Adresse: Baumgasse 80, 1030 Wien