Der Kampf um die Hetzgasse 8 geht weiter

Die Eigentümer des historischen Hauses wollen einen modernen Neubau errichten, doch die letzten Mieter wollen das Haus mit aller Kraft erhalten. 

Ein Gründerzeithaus aus dem Jahr 1874, gelegen in der Hetzgasse 8, mitten im sonst eher beschaulichen Weißgerberviertel. Was auf den ersten Blick als architekturhistorische Reminiszenz des vorletzten Jahrhunderts wirkt, sorgt seit mehr als zehn Jahren für Querelen auf der Landstraße. Der Grund: Die Eigentümer wollen anstelle des sanierungsbedürftigen Gebäudes einen modernen Wohnbau errichten. Nicht reparierte Wasserschäden, eingetretene Türen und andere subtile Schikanen führten dazu, dass von anfangs 21 Parteien nur mehr eine im Haus geblieben ist.

Die Hauseigentümer wollen diese Kritik nicht auf sich sitzen lassen und argumentieren, dass das neue Projekt neuen Wohnraum schaffen würde. Ein derzeit noch nicht rechtskräftiger Bescheid der MA 46 bestätigt, dass der Abriss des Hauses im öffentlichen Interesse liege, was die Möglichkeit einer Zwangskündigung des unbefristeten Mietvertrages ermöglicht. Wird dieser rechtskräftig, könnten die Mieter zwangsdelogiert werden – ein Präzedenzfall, der Tür und Tor für weitere Spekulationen öffnen würde, zumal es in Wien viele „Hetzgassen Nr. 8“ gibt. Gegner des Abrisses haben ein Verfahren eingeleitet, das das gesamte Weißgerberviertel zur Schutzzone erklärt. Denn Häuser in Schutzzonen dürfen nicht abgerissen werden. In den kommenden Wochen soll der Bauausschuss der Bezirksvertretung über die Ausweitung der Schutzzone entscheiden.

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