Der Preis ist heiß – umkämpft

Elfenpunsch 3,50 Euro – Häferleinsatz: 2 Euro. Der subjektive Eindruck unserer Weihnachtsmarkt-Tester: Man weiß preislich, woran man bei der Bestellung seines Heißgetränks ist. Das Gerede darüber, wie unfassbar teuer das in Schilling umgerechnet ist, ist ein anderes – leider nicht verebben wollendes – Thema. Fakt ist: Das Marktamt ist für die Einhaltung des Preisauszeichnungsgesetzes (kurz PrAG) zuständig. "Alleine gestern wurden 35 Marktstände kontrolliert, bei zweien wurde eine mangelhafte Auszeichnung festgestellt und mittels Organstrafverfügung geahndet“, berichtet Alexander ­Hengl von der MA 59. Bei den getadelten Ständen wird nachkontrolliert. Passt die Preisauszeichnung auch dann noch nicht, müssen die Betreiber mit einer Anzeige rechnen. "Die Bestrafung wäre dann enorm teuer“, so Hengl.

Geschichte voller "eigentlich, außer“

Das PrAG ist prinzipiell von allen Unternehmern zu beachten, die gewerbsmäßig Kon­sumenten Leistungen anbieten, die der Gewerbeordnung unterliegen. Interessant wird es besonders bei Dienstleis­tungen. Die wenigsten Konsumenten dürften wissen, dass eine Preisliste der "typischen Leistungen“ innerhalb und außerhalb der Betriebsstätte deutlich lesbar angebracht sein muss. Eine sogenannte A-­Tafel vor dem Friseurgeschäft dient also nicht allein der Werbung, sondern ist Umsetzung eines Gesetzes. Ähnliches gilt für das Gastgewerbe, wenn auch mit schöner österreichischer Lösung.

So müssen Wirte neben oder in der Nähe der Eingangstür ein von der Straße aus lesbares Preisverzeichnis anbringen. Allerdings nur, wenn sie "regelmäßig ein großes Angebot an warmen Speisen anbieten“. Buschenschanken sind somit davon ausgenommen. Ein Aushang am Buffet genügt – er wird derzeit verstärkt von den Behören überprüft.

Um gleich mit "eigentlich, ­außer“ weiterzumachen: Eine Speise- und Getränkekarte ist eigentlich ebenfalls verpflichtend, außer es handelt sich um "kleinere Gastrobetriebe“, da reicht wiederum ein ausgehängtes leicht ersichtliches Preisverzeichnis. So oder so muss – und da führt kein ­österreichischer Weg daran vorbei – der Preis für ein Glas ­Leitungswasser gelistet sein, wenn es später vom Wirt verrechnet wird. Gänzlich un­üblich ist das nicht mehr, wird doch inzwischen bei jeder zweiten Wasserbestellung Leitungswasser verlangt.

Wurstpapier hat ab 2012 kein Gewicht

Beim PrAG geht es immer um brutto (ausgenommen Pfand), an der Supermarkt-Feinkosttheke ab 2012 um netto. Eine Novelle des Maß- und Eichgesetzes verbietet das Mitwiegen von Verpackungsmaterial ab 1. 1. 2012. In der Praxis bedeutet das: Der Feinkostmitarbeiter muss die Tara-Taste drücken. In Deutschland und der Schweiz längst Usus, war es bei uns bisher Sache des Kunden, ob er es einfordert oder nicht.
Auch hier gibt es natürlich ­eine ganze Reihe von Ausnahmen: Für Kaufleute, die noch eine Waage ohne Tara-Funktion verwenden, gilt eine Übergangsfrist bis 31. 12. 2015. Und: Dünne Trennblätter mit einer Masse von höchstens 1 g zwischen einzelnen Scheiben ­dürfen weiterhin mitgewogen werden. Und und und …

Die Zahl der Woche: 883

Auf den derzeit 19 Anlassmärkten (als solche gelten nur jene Märkte, die auf öffentlichem Grund abgehalten werden) gibt es insgesamt 883 vom Marktamt hinsichtlich Preisauszeichnung zu kontrollierende Stände.

  • Adresse: Am Modenapark 1-2, 1030 Wien

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