Der Teufelskreis aus Armut und Krankheit

Seit genau einem Jahr gibt es die Arztpraxis im neunerhaus. Mit einer Startfinanzierung der Firma Baxter begonnen, wurden hier bereits im ersten Monat 600 obdachlose Menschen medizinisch versorgt. Ende 2013 waren es bereits 3.000 Patienten – Tendenz steigend.

Obdachlosigkeit macht krank

Doch noch gibt es für das Projekt keine Folgefinanzierung. Ab 1. April 2014 (kein Scherz) könnte die Praxis geschlossen werden. „Genauso, wie Platz in unseren Wartezimmern für obdachlose Menschen ist, so braucht unser innovatives Angebot nun aber auch Platz im Gesundheitssystem“, erklärt der neunerhaus-Geschäftsführer Markus Reiter.

Dabei ist ärztliche Versorgung gerade für Obdachlose wichtig, weiß neunerhaus-Ärztin Irene Lachawitz: „Sie leiden an etwa sieben Diagnosen gleichzeitig. Dabei können die Krankheiten die Obdachlosigkeit verlängern, umgekehrt führt Obdachlosigkeit zu immer mehr Krankheiten. Ein Teufelskreis.“

70 % der neunerhaus-Patienten haben übrigens eine Krankenversicherung. Reiter und sein Team hoffen nun auf öffentliche Mittel für ihre Arztpraxis von der Wiener Gebietskrankenkasse und dem Fonds Soziales Wien.

Weitere Infos unter Tel: 990 09 09 900 oder auf: http://www.neunerhaus.at/