Deserteursdenkmal soll bis Herbst fertiggestellt werden

Das Deserteursdenkmal auf dem Ballhausplatz nimmt demnächst konkrete Formen an: Der Baustart für das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der NS-Militärjustiz soll nach Ostern – also in der zweiten Aprilhälfte – erfolgen, kündigte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny an.

Ein Blaues „X“

Im Rahmen eines Wettbewerbs hat sich die Jury für den Entwurf des deutschen Künstlers Olaf Nicolai entschieden. Das Denkmal soll knapp zehn Meter lang, 8,8 Meter breit und 1,65 Meter hoch werden. Die begehbare Skulptur wird ein dreistufiges „X“ mit Treppen sein.
Nicolai sieht das X laut eigener Projektbeschreibung als „Zeichen der Anonymisierung, der der Einzelne unterworfen ist und die ihn zum Zeichen in einer Liste, zum X in einer Akte werden lässt“.

Text wird noch erarbeitet

In der Oberfläche soll eine Inschrift eingelassen werden, die lediglich aus den Worten „all“ und „alone“ besteht. Durch eine trans­parente Endbeschichtung gegen Vandalismus und Graffiti erhält das blaue Denkmal eine seidenmatte Oberfläche. Laut Mailath-Pokorny wird neben der Gedenkstätte eine Erklärungstafel mit deutschen und englischen Erläuterungen angebracht. Der Text werde gemeinsam mit dem Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“, das bereits in die Standortdebatte einbezogen wurde, erarbeitet. Auch  über weiterführende Vermittlungsformen wird noch  gesprochen.

Koalitionsabkommen

Die Realisierung eines Denkmals für NS-Wehrmachtsdeserteure hatte die rot-grüne Stadtregierung in ihrem Koalitionspapier vereinbart. Als Budget wurden 150.000 Euro festgelegt.
 

  • Adresse: Ballhausplatz, 1010 Wien