Die „Herde“ immunisieren

Der italienische Senat hat heuer beschlossen, dass schulpflichtige Kinder gegen zehn Krankheiten – darun­ter Masern, Feuchtblattern und Tetanus – geimpft werden müssen. Die Strafen bei Unterlassung reichen bis zu 500 Euro. Von einer derartigen Verpflichtung können heimische Impfbefürworter nur träumen. Zwar sei „der österreichische Impfplan einer der besten der Welt“, wie der Viro­loge Otfried Kistner ­betont. Allerdings bringe die Bevölkerung trotz vieler kostenloser Impfangebote nicht allen Krankheiten die gleiche ­Aufmerksamkeit entgegen. Für FSME etwa liegt die Durchimpfungsrate bei 80 Prozent, bei Influenza wiederum sieht Kistner großen Aufholbedarf: „Hier sind wir auf dem Niveau von Entwicklungsländern.“ Bei ansteckenden Krankheiten kommt der „Herden­immunität“ eine große ­Bedeutung zu: Sind etwa 85 Prozent der Bevölkerung gegen Röteln oder Polio ­geimpft, so sind auch die Nichtgeimpften dagegen ­geschützt.

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