Die Monarchie liegt wieder im Trend

Nach einem Blick auf die Jahresbilanz 2010 des Schloss Schönbrunn fällt die Analyse kurz aus: Schönbrunn boomt. 2,6 Millionen Menschen strömten im vergangenen Jahr in die ehemalige kaiserliche Residenz, das entspricht einem Besucherplus von sieben Prozent. In der ersten Hälfte des heurigen Jahres legte der Besucherandrang um weitere vier Prozent zu. Noch besser besucht waren im vergangenen Jahr  Kaiserappartements, Sisi Museum und Silberkammer in der Hofburg: 647.000 Monarchiefans strömten in die ehemaligen Wohnräume der Habsburger – das sind zehn Prozent mehr Besucher als im Vorjahr und insgesamt mehr Besucher denn je. Die Steigerung der Besucherzahl im Hofmobiliendepot beträgt gar 28 Prozent.

Die Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (SKB) bilanziert 2010 mit einem Umsatz von 34 Millionen Euro. Damit werden laufend Restaurierungen zur detailgetreuen und authentischen Wiederherstellung der historischen Substanz finanziert. "Wir haben in der Krise an unserem Investitionsprogramm festgehalten und ausgehend von Besuchermengen, die unsere Kapazitäten mancherorts zu sprengen drohten, etwa den Bau des neuen Besucherankunftszentrums eingeleitet", sagt Schönbrunn-GF Franz Sattlecker. "Nur durch den laufenden Ausbau der Angebote ist es möglich, heute doppelt so viele Besucher zu empfangen, wie vor 15 Jahren."

Ein neues Angebot, das sich an das heimische Publikum richtet, wurde heuer im Frühling gestartet. In interaktiven Erlebnistheatervorstellungen wird das Schloss selbst zur Bühne und bietet seinen Gästen die Möglichkeit, in das höfische Leben von vor über 200 Jahren einzutauchen. Ticket-Tel: 01/ 811 13 – 225

Neben den laufenden Bauprojekten – dem Bau des Besucherzentrums und der Restaurierung der Großen Galerie – steht wegen großen Erfolgs die Erweiterung des Tagungszentrums im ehemaligen Apothekertrakt des Schlosses bevor. Das Kernstück des Projekts ist neben zusätzlichen Räumen ein repräsentativer Eingangsbereich. Dieser soll vor allem Raum für Abendveranstaltungen wie Empfänge bieten, fand sich für derartige Events bislang keine geeignete Räumlichkeit.

"Eine unserer Aufgaben ist es, den Spagat zwischen zeitgemäßen Anforderungen und Anforderungen der Wahrung des historischen Bestands zu schaffen", sagt SKB-GF Wolfgang Kippes. Dass ein Spagat zwischen Alt und Neu zu innovativen Lösungen führt, beweist die aktuelle Zusammenarbeit mit der Firma Swarovski. So konnte im April ein neues Beleuchtungskonzept in der Großen Galerie präsentiert werden: Swarovski entwickelte für die historischen Räume eine energiesparende LED-Leuchte, die den Effekt von Kerzenlicht nachahmt. 

Im Schloss wird dieses Jahr mit der Restaurierung des Millionenzimmers, das mit seltenen Rosenholzvertäfelungen und eingefügten Miniaturen aus einer indo-persischen Mogul-Handschrift zu den bedeutendsten Raumschöpfungen der Zeit Maria Theresias zählt, begonnen. Voraussichtlich noch im Sommer startet die Komplettsanierung des Palmenhauses. Zuletzt werden auch die Fassaden laufend restauriert, aktuell die des Kavaliertraktes, Gardetraktes, Fürstenstöckls und der Wagenburg. Kostenpunkt: 1,8 Millionen Euro.

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