Die Wiener sind goldrauschig

Warten ist Silber, verkaufen ist Gold – der Handel boomt derzeit

Die Goldankäufer sind überall. Ob ganz klassisch beim Juwelier und in der Bank, bei der Ögussa oder in einem der etlichen ­Geschäfte wie Gosireco in der Gumpendorfer Straße 78. Sogar das Tupperware-Party-Konzept wurde fürs Goldgeschäft umgemünzt. Und wer will, kann auf offiziellen Gold­rauschpartys nebenbei noch zu Abend essen (z. B. im Donau­zentrum am Wochenende 25.9.) Slogan: "Feiern, verkaufen, verdienen!“

Beschwerden über Anbieter liegen beim Verein für Konsumenteninformation nicht vor. Man warnt aber eindrücklich davor, seine Wertsachen per Post zu verschicken. Ja, auch das gibt es mittlerweile. Der VKI plädiert für den klassischen Weg. Also mit Münzen ab zur Bank, mit Schmuck zum Juwelier. Doris Höfinger von ­Gosireco hingegen argumentiert: "Die Bank nimmt keine beschädigten Münzen.“ Gosireco schon. Das heuer umgebaute Geschäft von Doris und Karl Höfinger erinnert bewusst an eine Bank. Die Ware wird direkt vor dem Kunden getestet. "Andere fahren da grob drüber“, berichtet Höfinger, um im selben Atemzug vor Ankäufen im Lokal ums Eck zu warnen: "Wir ziehen die Kunden nicht über den Gasthaustisch“, ergänzt der gelernte Uhrmacher Karl Höfinger.

Bei Silberware oft große Enttäuschung

Aus dem erworbenen Bruchgold wird in italienischen Raf­finerien Feingold – das Akro­nym Gosireco umreißt das Procedere. Gosireco steht für "Gold Silber Recycling Company“. Vom Silberverkauf rät Doris Höfinger aber eher ab. "Außer es ist Silber, das ich nicht mehr brauche.“ Beim Preis für Silberware gäbe es oft enttäuschte Gesichter. Der Privatan- und -verkäufer Klaus H. sieht Letzteres ähnlich: "Silber ist nach wie vor viel zu billig. Müsste ich jetzt verkaufen, dann nur Gold – zuallerletzt Silber. Aber die Marktsituation, die dazu geführt hat, ist im Begriff zu enden, und dann wird Silber gleichziehen und einige ­Leute ziemlich reich machen.“ H. er­steht die Edelmetalle auf Floh­märkten und verkauft auf ebay. 

Aber zurück auf den klassischen Weg: ins ­Dorotheum. Dort bestätigt man, dass "derzeit in der Tat sehr viele Menschen ihr Gold zumindest einmal bewerten lassen. Dann kann man es in eine Auktion geben oder als Pfand einsetzen.“ Prinzipiell gilt: Preise vergleichen – wie immer und überall im Leben. Auch das Testen ist aus gutem Grund nicht überall kostenlos.
Und solltest du mal am Flughafen Frankfurt vorbeikommen: Dort steht ein Goldautomat für den kleinen Barren zwischendurch. Der Goldpreis steigt ­voraussichtlich weiter.

INFO: www.gosireco.com

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