Döblings Plätze eine Macho-Partie?

Bei der Benennung öffentlicher Verkehrsflächen hat sich die Gleichberechtigung von Frauen noch nicht durchgesetzt. Das belegt auch eine statistische Untersuchung, die sich mit den Benennungen von 2008 bis 2009 beschäftigte.

Vier Männer und nur eine einzige Frau

Wienweit lässt sich ­feststellen, dass 69 Männern 32 ­Frauen gegenüberstehen. Also ­kommen auf eine Namenspatronin zwei  Männer. Eine Frauenquote 1:4 hat Döbling bei den Namenspatronanzen 2008–2009 aufzu­weisen: Vier von fünf "neu getauften“ Verkehrsflächen wurden nach Männern benannt. Da ist etwa der Antel-Weg zwischen Felix-Dahn-Straße und Koschatgasse. Hier wurde Regisseur Franz Antel (1913–2007) gewürdigt, der u. a. durch die Bockerer-Saga bekannt wurde. Die Rudolf-Friedl-Stiege ist dem gleichnamigen Bildhauer gewidmet. Der Cellist Franz ­Ippisch (1883–1958) bekam ­einen Franz-Ippisch-Steg, und der Wilfanpark wurde nach dem Bildhauer Hubert Ludwig Maria Wilfan (1922–2007) benannt. Einzig der Schriftstellerin Hilde Spiel (1911–1990) wurde mit dem Hilde-Spiel-Park beim Kreilplatz ein Denkmal gesetzt. Dass Frauen bei Namenspatronanzen in Döbling wenig zum Zug kommen, verärgert auch Gemeinderätin Barbara Novak: "Als Sozialdemokratin trete ich vehement für die Sichtbarmachung von Frauen und ihren Leistungen ein. Es geht nicht darum, die Verdienste von Männern zu schmälern, sondern ein Gleichgewicht im öffentlichen Raum zu schaffen, das der Realität entspricht. Ich setze mich dafür ein, dass auch bei der Benennung öffentlicher Flächen die Frauen im Bezirk zum Zug kommen.“

  • Adresse: Billrothstraße 34, 1190 Wien

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