Donaupark wird Korea-Treff

Sie ist nicht sehr groß, aber sehr engagiert: die koreanische Gemeinde in Wien. Zu ihr zählen Powerfrauen wie Sohyi Kim (von "Kim kocht" am Naschmarkt). Von Berührungsängsten mit Alteingesessenen ist nichts bekannt. Geht es nach Wiens "Sushi-Königin" Mi-Ja Friedländer-Chon, soll schon demnächst ein organisierter Austausch der Kulturen stattfinden.

Bislang fehlte dafür aber ein geeigneter Veranstaltungsort. Dies soll sich nun ändern: Unweit des Vienna International Center wird das dort seit sechs Jahren verwaiste Gebäude einer neuen Bestimmung zugeführt: vom ehemaligen Restaurant und Fitnesscenter zum Korea Kulturhaus Österreich. Das Gebäude am Irissee im Donaupark stand mehr als sechs Jahre leer, davor war es ein Restaurant und auch einmal ein Fitnessklub. Das Gebäude wird renoviert und bald in neuem Glanz erstrahlen. Engagierte Koreaner und Österreicher haben dazu vor kurzem den "Verein zur Förderung eines Koreanischen Kulturhauses in Wien" gegründet. Kürzlich konnte mit dem Spatenstich grünes Licht für die Bauarbeiten gegeben werden.

Eine ambitionierte Vielfalt an Events

An Ideen für den gelungenen Kulturaustausch mangelt es den Initiatoren nicht. Bilder, Bildhauerei, Installationen und Kleider beider Hemisphären sollen den Besuchern in Form von Ausstellungen nähergebracht werden.

Außerdem sollen regelmäßig Konzertveranstaltungen stattfinden – von Gastorchestern und Vereinsmitgliedern.
Lesungen und Vorträge sollen spannende Einblicke in die koreanische Literatur eröffnen. Selbstverständlich sollen traditionelle Feiern und Festlichkeiten zelebriert – und erklärt – werden. Ein wichtiger Anspruch ist außerdem die Organisation von Deutschkursen für Koreaner und die Vermittlung der koreanischen Sprache für Einheimische. Darüber hinaus will der Verein auch erste Anlaufstation für Menschen sein, die ganz spezifisch koreanische Kunstformen kennenlernen wollen. Zu diesen zählen die formelle Teezubereitung, das breite Betätigungsfeld Kalligraphie, das Erlernen typischer Spiele durch Jung und Alt und last but not least das Abhalten von Kimchi- und Bulgogi-Kochkursen. Bezirksvorsteher Norbert Scheed: "Nahe der Vereinten Nationen entsteht so ein Ort der Völkerverständigung, der sicherlich als Ausflugsziel auch das Freizeitgestaltungsangebot des Bezirks bereichert."

Der einstige Tigerstaat

Durch eine eigenständige Wirtschafts­politik hat Südkorea, gemeinsam mit Taiwan und Singapur, bis in die 1990er ein rasantes Wirtschaftswachstum hervorgebracht. Weltumspannende Konzerne wie LG, Kia und Hyundai entstammen dem 99.313 Quadratkilometer großen Staat, der sich mit Nordkorea die Koreanische Halb­insel teilt. Die Bevölkerung umfasst 48,5 Millionen Einwohner. Die Arbeitslosigkeit beträgt 3,2 Prozent.

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