Donaustadt: Bezirksvorsteher Nevrivy zu Wohnbau und KFZ-Verkehr

WBB: Herr Bezirksvorsteher, die Donaustadt ist einer der am stärksten wachsenden Bezirke Wiens. Was heißt das für die Wohnbautätigkeit?
Nevrivy: Unser Bezirk hat ein großes Handicap: Wir sind sehr beliebt, besonders für junge Familien. Daher werden pro Jahr in der Donaustadt weit mehr als 1.000 Wohnungen gebaut, davon sind etwa die Hälfte geförderte Wohnungen.
Wie hoch ist das Bevölkerungswachstum in der Donaustadt?
Wir haben derzeit etwa 180.000 Einwohner, um 8.000 mehr als vor einem Jahr. In den kommenden zehn Jahren soll der Bezirk um 30.000 Personen oder 27 Prozent wachsen. Ich glaube allerdings, es werden mehr sein.
Wie wird sich die Seestadt in punkto Bevölkerung entwickeln?
In der Seestadt sollen im Jahr 2025 etwa 20.000 Menschen wohnen und 20.000 arbeiten.
Die aber nicht dieselben sind.
Nein. Etwa die Hälfte wird auch dort arbeiten.
Das Thema Asylsuchende hat in jüngster Zeit die Wogen hochgehen lassen. Wie steht es hier in der Donaustadt?
Dieses Thema ist völlig eingeschlafen. Im zuletzt besiedelten Haus in der Polgarstraße wohnen 78 Personen: Eine Familie und sonst lauter männliche Jugendliche. Die Nachbarn sind daran gewöhnt, dass das Haus besiedelt ist, da es ja früher ein Arbeiterwohnheim war. In der Tauschinskygasse war es sofort still, als bekannt wurde, das dort 15 minderjährige Mädchen einziehen.
So echte Sicherheits-Hotspots scheint es in der Donaustadt nicht zu geben?
Das stimmt. Unsere Polizei leistet hervorragende Arbeit und erstickt jede Kleinigkeit im Keim. Die Kriminalitätsrate im Bezirk ist gesunken.
Wie steht es um die Verkehrssicherheit in der Donaustadt? Gibt es neuralgische Punkte?
Wir haben keine unmittelbaren neuralgischen Punkte. Jede Unfallstelle wird überarbeitet.
Wie ist der Stand beim geplanten Lobautunnel?
Ich gehe von einem positiven Ergebnis aus. Jetzt ist allerdings das Gericht am Zug. Wien hat keine Parteienstellung.
Wie steht die Causa Stadtstraße? Das UVP-Verfahren ist eingereicht und es gibt eine Zusage der Wiener Grünen, dass sie kommt wie beschlossen: Zweispurig in beide Richtungen. Sollte es Verbesserungen geben, etwa einen Lärmschutz, habe ich sicherlich nichts dagegen.

Können Sie einen Zeithorizont nennen?
Es gibt nur eine verschwindend kleine Gruppe, die gegen die Stadtstraße auftritt. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass ich sie noch in dieser Amtsperiode eröffnen werde.

Zum Abschluss eine sportliche Frage: Wer wird Europameister?

Ich tippe wieder einmal auf Deutschland.

Danke für das Gespräch.

1 Antwort
  1. Philipp GLASER says:

    Ein verschwindend kleine Gruppe?!
    Ich glaub, der hat das Leben noch nicht verstanden!
    Es ist eine RIESIGE Masse, ein Zusammenschluss von 16 (SECHZEHN) Bürgerinitiativen, die sich gegen die Projekte (“Stadtstraße”, Spange S1, S1, S8) aussprechen – und sie haben recht. Denn je mehr Straßen (bzw. Autobahnen) gebaut werden, desto mehr Verkehr wird angezogen und.. desto mehr Stau entsteht. Vor allem in den Nebenverkehrsstraßen, die als “Schleichwege” dienen. Und das einspurige Auffahrtsnadelöhr bei der ASt Hirschstetten würde die Stausituation drastisch verstärken. NIX MIT ENTLASTUNG! Selbst wenn es eine Entlastung bringen WÜRDE, wäre sie nur kurz und käme viel zu spät. Dazu kommt noch, dass die “Stadtstraße” und die “Spange S1” durch dicht bewohntes Gebiet führen und der Feinstaubaustritt (v.a. direkt neben 2 (ZWEI) Kindergärten!) nicht jetzt und nicht in 50 Jahren zu verantworten wäre. Die einzig sinnvolle, schnelle und umweltfreundliche Methode zur Entlastung ist der massive Ausbau des ÖV, auch in Niederösterreich!
    http://www.verkehrswende.at/noe/bnwn-buergerinnen-netzwerk-wien-noenordost/

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