Ein 1,70m großes Baby

1,70 Meter hoch, ein paar Tage alt und schon abenteuerlustig: Der jüngste Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn, Mini-Giraffe Arusha, erkundet bereits auf wackeligen Beinen sein Gehege. Dass die Beine noch nicht die nötige Stabilität bieten, ist kein Wunder, hat Arusha im Vergleich zu anderen Babies doch die längsten. Vor wenigen Tagen hat Arusha das Licht der Welt erblickt – nach 15 Monaten im Bauch von Giraffendame Rita. Noch ist das Geschlecht des Nachwuchses unbekannt. Seine Pfleger haben das Kleine aber bereits "getauft". "Da das Giraffenweibchen sein Junges im Stehen zur Welt bringt, plumst es bei der Geburt aus fast zwei Metern Höhe auf den Boden", sagt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Das etwa 60 Kilo schwere Giraffen-Baby sieht aus wie die Miniaturausgabe einer erwachsenen Giraffe: lange, schlaksige Beine, beige-braun gemustertes Fell und große Augen mit langen Wimpern. Die Fellzeichnung macht jede Giraffe einzigartig, sie ist wie ein Fingerabdruck. "Die ersten acht bis 12 Monate wird das Jungtier gesäugt. Bereits nach wenigen Wochen fängt es an, Blätter und Heu zu knabbern", sagt Schratter. 

Die Giraffenherde im Tiergarten zählt zu den seltenen Rothschildgiraffen, von denen es in den Savannen Afrikas nur noch rund 2.500 Tiere gibt. Aus diesem Grund sind der Schutz und die Nachzucht dieser bedrohten Tierart besonders wichtig. 2007 gab es in Schönbrunn den letzten Giraffennachwuchs. Die Tradition, Giraffen zu halten, geht im Tiergarten bereits auf das Jahr 1828 zurück. In diesem Jahr kam die erste Giraffe als Geschenk des Vizekönigs von Ägypten an den österreichischen Kaiser nach Wien und war eine große Sensation.

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