Ursula Stenzel

Ein hartes City-Manöver

Nichts ist aus der von der ÖVP befürchteten eigenen Liste der City-Bezirkskaiserin Ursula Stenzel geworden. Dass die Zitterpartie dennoch weiter geht, hat einen anderen Grund: Die von der ÖVP nicht mehr aufgestellte Bezirkschefin, die am 22. September ihren 70. Geburtstag feiert, wechselte die politische Front und steht nun als unabhängige Kandidatin auf der FPÖ-Liste an dritter Stelle! Ihre Begründung: „Ich will, dass die FPÖ auch in Wien wählbar wird und kämpfe gegen Ausgrenzung, Vorurteile und Intoleranz “. Gemeinsam mit Heinz-Christian Strache wolle sie verhindern, dass der bürgerliche Bezirk eine rotgrüne Mehrheit bekommt.

Im Hintergrund standen freilich ständige Auseinandersetzung mit dem von der ÖVP favorisierten 41-jährigen Markus Figl, einem Großneffen von Leopold Figl. Wegen der gewünschten Verjüngung hat die Stadtpartei die erfahrene Polit-Lady und einstige TV-Moderatorin nicht mehr als Kandidatin aufgestellt und auch die Bezirkspartei hat sie fallen gelassen. Obwohl  VP-Chef  Juratzka betont: „Ich hatte Stenzel sogar das Angebot gemacht, als Doppelspitze zu kandidieren. So hätte der Wähler entscheiden können. Dieses Angebot hat sie aber nicht angenommen!“ Dass der nunmehrige Wechsel ein Racheakt sei, bestreitet Stenzel dennoch vehement.

Stenzels Polit-Deal mit Strache hat allerdings  noch einen Plan B: Sollte man die Mehrheit in der City wider Erwarten doch verfehlen, so könnte Stenzel an sicherer Stelle in den Gemeinderat einziehen.Daniela Ecker-Stepp (Bild unten), SP-Vize-Bezirkschefin der City: „Um ihren Machthunger zu stillen, ist Stenzel offenbar jedes Mittel recht.“ 

Der derzeitige Mandatsstand in der City: ÖVP 16, SPÖ 10, Grüne 8 und FPÖ 4. Wer als Sieger nach dem Parteiwechsel aus der Wahl hervorgehen wird, liegt also auf der Hand.

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