Ein Mieter gibt die Brandstiftung zu

Auf der Stiege 9 kann nicht jeder mit jedem. "Da gibt es einige Mieter, die sich regelmäßig in die Haare kriegen. Auch Drohbriefe werden verfasst.“ Hermann Tillich legt dem WIENER BEZIRKSBLATT beim Lokal­augenschein die "Beweisstücke“ vor. "Wir kriegen dich“, steht auf einem. "Es wird Zeit, dass du unseren Gemeindebau verlässt“ auf einem anderen. „Einige können halt nicht miteinander“, zuckt Tillich – er ist Vorsitzender des Mieterbeirats im Reumannhof – mit den Schultern.

Mieter hoffen auf Ende des Spuks

Nach dem fünften Feueranschlag in einem Kellerabteil war die Stimmung im Gemeindebau zum Knistern, viele Bewohner waren "heiß" darauf, dem Feuerteufel das Handwerk zu legen. "Es gab Verdächtige, die sich seit langem bekriegen. Sie wohnen alle auf Stiege 9“, schildert Tillich. Viele Bewohner des Gemeindebaus waren überzeugt, dass der mutmaßliche Täter selbst auf Stiege 9 wohnt. Sie hatten recht damit. Ein 54-Jähriger, der von den Mitbewohnern als "seltsamer Typ“ bezeichnet wird, legte vorige Woche ein Geständnis ab.
Der letzte Brand am 31. ­Jänner (zugleich Jahrestag des zweiten Brandes) war der spektakulärste. Es herrschte Explosionsgefahr, 47 Mieter mussten evakuiert werden, der Schaden beträgt 40.000 Euro. Kein Wun­der, dass man im Gemeinde­bau Angst vor dem "sechsten Streich“ hatte. Jetzt können die Bewohner aufatmen. Der mutmaßliche Feuerteufel ist gefasst und es kann endlich wieder Ruhe in den Reumannhof einkehren.

  • Adresse: Margaretengürtel 104, 1050 Wien

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