Ein warmes Bett in eisigen Nächten

Zum zweiten Mal hat das Obdachlosenheim St. Josef heuer ein Nachtnotquartier eingerichtet

Schneeflocken bahnen sich ihren Weg durch die Straßen, getragen von eisigem Wind. Wie auf Autobahnen fließen die Menschen in Strömen die Einkaufsstraßen entlang, hin und wieder biegt einer ab in ein Geschäft und bahnt sich seinen Weg zum Ladentisch. Der Großteil der Wiener blickt hoffnungsfroh auf das besinnliche Fest. Wie viele Geschenke werden es diesmal sein? Bekomme ich die neue Xbox? Für einen kleinen Teil der Wiener stellt sich diese Frage nicht – größer ist der Wunsch nach warmen Händen, einer Matratze zum Schlafen und einer frisch gekochten Mahlzeit.

Anlass zur Hoffnung gibt das Obdachlosenheim St. Josef in der Lacknergasse. Dort dürfen nicht nur Einheimische not­übernachten, sondern auch EU-Ausländer, die sonst keinerlei Anspruch auf Unterstützung haben. "Wenn man aus dem Fenster schaut und dann daran denkt, dass man für die kommende Nacht keinen Schlafplatz hat, dann können wir uns alle vorstellen, wie das ist“, sagt Wilhelm Jaschke, der Leiter des Obdachlosenasyls in der Lacknergasse.

Im Nachtnotquartier St. Josef haben fünfzig Unterstandslose Platz. Zwischen 18 Uhr abends und sieben Uhr früh finden sie dort Unterschlupf. Nachdem die Putztruppe Hand angelegt hat, öffnet das Tageszentrum von acht bis 15 Uhr.

Das Nachtnotquartier wird heuer zum zweiten Mal in St. Josef eingerichtet. "Nach der Räumung des Audimax im letzten Winter mussten auch die Obdachlosen dort raus. Durch eine Initiative der Caritas und des "Fonds Soziales Wien“ konnten sie in der Lacknergasse untergebracht werden“, erzählt Heimleiter Jaschke. Die Caritas überlege, das auch in Zukunft so zu machen, allerdings an anderer Stelle. "Von 13. Dezember bis 20. Jänner bleibt das Nachtnotquartier in der Lacknergasse, dann wird es woanders untergebracht.“
Ob es eine Weihnachtsfeier gebe, stehe noch nicht fest. Wichtiger ist aber, dass auch Sie mithelfen, Obdachlosen zu helfen! Spenden Sie an das Caritas-Spendenkonto 7700004, BLZ 60000. Verwendungszweck: "Nachtnotquartier St. Josef“.

50 Euro für einmal sofort helfen

Der Unterschied zwischen Sein und Nichtsein besteht oft nur in einer Entscheidung. "Die Frage nach dem Warum ist in diesem Zusammenhang schnurzegal. Den Betroffenen ist arschkalt und sie brauchen Unterstützung“, sagt Barbara Stöckl, das Gesicht der neuen Caritas-Kampagne "Winterpaket“. Ein Paket besteht aus einem Schlafsack und einer warmen Mahlzeit und kostet 50 Euro. Für immer mehr Wohnungslose könnte es in diesem Winter überlebenswichtig sein. Denn die Zahl derer, die sich heuer erstmals an die Caritas wandten ist um 20 Prozent gestiegen – 2.600 Menschen! "Akut Obdachlose“ – Menschen, die unter freiem Himmel, in Abbruchhäusern oder WC-Anlagen schlafen – gibt es Schätzungen zufolge einige Hundert in Wien.
Angesichts des aktuellen Wintereinbruchs ist Soforthilfe unbedingt nötig. Spenden Sie an RZB 4040 50 050, BLZ 31 000, Kennwort: "Gruft Winterpaket“

  • Adresse: Lacknergasse, 1180 Wien

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