Eine tierische “Klinik unter Palmen”

Der ­Superstar des Jahres heißt Tuluba – auf Suaheli, der Sprache Ost­afrikas. "Große Ohren“ heißt das übersetzt, und die sind auch schon gut erkennbar. Das "zarte“ vier ­Wochen alte Elefantenbaby ist als neuer Publi­kums­magnet der Nachfolger des legen­dären Pandabären Fu Long. Allerdings könnte er bald von einem anderen Neugeborenen in den Schatten ­gestellt werden. Denn genau am dritten Geburtstag von Fu Long, der wieder in China "zu Hause“ ist, brachte am 23.?August um 14.14 Uhr die ­Panda-Dame Yang Yang ein Kleines zur Welt. "Yang Yang hat die Wurfbox am Vormittag nicht mehr verlassen und wir konnten das Einsetzen der Wehen am Monitor mitverfolgen“, so Zoo­login Eveline Dungl. Das Baby war 12 Zentimeter groß und 100 Gramm schwer, ein Geschlecht ist noch nicht feststellbar. Mutter und Kleines werden nunmehr einige Zeit in der Wurfbox bleiben.

Der Baby-Boom als Millionen-Geschäft

Pfleger und Tiergarten-Chefs können auf die vielen Geburten stolz sein. Gleichzeitig dürfen sie sich die Hände ­reiben – Tier­babys sind bare Münze wert. So brachte es Fu Long in seiner bewegenden Wien-Zeit auf gezählte 825 Artikel, die Besucherzahl stieg nachweislich um 23 Prozent und der Umsatz im Tiergartenshop verdoppelte sich. Das Gleiche steht auch jetzt an. Nur 10 bis 15 Prozent mehr Besucher bedeuten bei 2,2 Millionen Zoo-Gästen im Jahr ein Ein­nahmenplus von gut drei Millionen Euro.
Der Tiergarten hat auch abseits des Dickhäuter- und ­Bärengeheges einen einmaligen Baby-Boom zu verzeichnen. Zu Sommerbeginn gab es im Vogel­haus eine braun-­
blau-grün-gelbe Geburt: Vier Küken der farbenfrohen "Euro­päischen Bienen­fresser“ schlüpften. Die Zucht des buntesten Vogels des Kontinents ist äußerst selten. "Wir haben ihnen eine neue, künstliche Brutmauer mit fertigen Bruthöhlen gebaut. Die Bruthöhlen und deren Eingänge wurden mit Lehm gefüllt, damit die Vögel wie im Freiland graben konnten“, ­erzählt ­Direktorin Dagmar Schratter. Der Dank ­waren vier süße ­Küken. Nachwuchs gab es zudem in kälteren Gefilden des Zoos, der insgesamt 480 Arten und 4.600 Tiere beherbergt. Die Felsenpin­guine stellten mit zehn neuen Jungtieren ­gar einen Rekord auf. "Schönbrunn ist der einzige Tiergarten in ganz Europa, der die stark bedrohten Felsenpinguine züchtet“, so Schratter.
Liebes-Urlaub in Wien erfolgreich
Erheblich größer wurde der bei den Kleinsten so beliebte Streichelzoo. Sieben schwarz-weiße, putzige Zwerg­ziegen erblick­ten das Licht der Tierwelt. Der Vater der Babys lebt übrigens in Herberstein in der Steiermark. Er war für ein paar ­Monate auf "Liebesurlaub“ nach Wien zu den vier Weibchen eingeflogen worden …
Rein "wienerisch“ ist schließlich der zottelige Eselsnachwuchs, der Ende Juli im Schatten von Tuluba auf die Welt kam. Das seltene Poitou-Esel-Fohlen hört passend zu seiner Herkunft auf den ­Namen „Richelieu“.

  • Adresse: Maxingstraße 13b, 1130 Wien

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