EM Bronze in der Leopoldstadt

Vom Weißgurt bis zur EM-Bronzenen

Judoka Hilde Drexler hat es geschafft: Die Leopoldstädterin gewinnt bei der EM vergangenes Wochenende in Istanbul mit Bronze bis 63 kg ihre erste große Medaille. Die 27-Jährige von Vienna Samurai nimmt damit Kurs auf die Olympischen Spiele in London.

Judo ist japanisch und heißt übersetzt der „sanfte Weg“. Doch der Weg ist nur sanft, sondern auch lang. 20 Jahre nachdem Hilde Drexler bei Vienna Samurai in der Pazmanitengasse (2. Bezirk) mit dem Judo-Sport begann, steht sie an der Spitze ihrer bisherigen Karriere.

Mit ihrem Sieg im entscheidenden Kampf um Bronze gegen die amtierende WM-Dritte Alice Schlesinger (ISR) sichert sich die Germanistik-Studentin ihren Platz auf dem Podest.

Insgesamt feiert Drexler am Bosporus vier Einzelsiege, allesamt in der Verlängerung. „Konditionell konnte ich meine Stärken voll ausspielen“, jubelt Drexler, die sich lediglich im Halbfinale der Niederländern Anicka van Emden geschlagen geben musste.

Fernziel London

Für die Heeressportlerin bedeutet der größte Erfolg ihrer Karriere auch wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation. Diese geht nun in ihre heiße Phase. „Es ist mein großer Traum, mich für die Spiele in London zu qualifizieren“, erklärt Drexler.

Besonders stolz ist Vereinschef Leopold „Mini“ Korner: „Ich kann mich noch erinnern, als sie als Siebenjährige mit dem Weißgurt ihre ersten Schritte auf der Judo-Matte gemacht hat. So eine Entwicklung mitzuerleben, ist etwas ganz Besonderes.“ Für Interessierte: Vienna Samurai bietet Anfängerkurse für Kinder und sogar Erwachsene an. Mehr Infos dazu unter www.vienna-samurai.at.

Frisbee verhindert Biss in Medaille

Für Drexler verlief die EM-Vorbereitung aber keineswegs reibungslos. Vier Tage vor dem Turnier bekam sie während eines Aufwärmspiels eine Frisbee-Scheibe derartig unglücklich ins Gesicht, sodass ihr ein großer Teil ihres linken, oberen Schneidezahns abbrach.

Trotz der Schmerzen und des Bluts verlor Drexler aber nicht ihren Humor. „Ich habe schon oft im Fernsehen gesehen, wie Hunde so ein Frisbee fangen. Ich wollte das auch einmal probieren“, lachte sie damals mit schmerzverzerrtem Gesicht.

Ein Zahnarzt behandelte sie prompt und verpasste ihr einen Zahnaufsatz. Bei der EM war optisch kein Unterschied mehr zu erkennen. Nur den traditionellen Biss auf die Medaille ließ sie aus. Gold ging Gevrise Emane (FRA) vor Van Emden (NED).

Drexler Kämpfe bei der EM in Istanbul:
1. Runde: Drexler schlägt Selda Karadag (TUR) in der Verlängerung mit einer Ippon-Wertung.
Achtelfinale: Drexler schlägt Ivana Komlosiova (SVK) in der Verlängerung mit einer Yuko-Wertung.
Viertelfinale: Drexler schlägt Tina Trstenjak(SLO) in der Verlängerung mit Yuko.
Halbfinale: Drexler unterliegt Anicka van Emden (NED) mit einer Waza-ari-Wertung.
Kampf um Bronze: Drexer schlägt Alice Schlesinger (ISR) in der Verlängerung mit Yuko.

  • Adresse: Pazmanitengasse 17, 1020 Wien

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