Erinnerungen an Udo Jürgens

Show-Legende und WIENER BEZIRKSBLATT-Starkolumnist Peter Rapp hatte mehrere Begegnungen mit dem Musik-Giganten Udo Jürgens, der am 21. Dezember so plötzlich verstorben ist. Peter ließ uns folgenden Nachruf für unsere Leser zukommen:

"Udo Jürgens ist gestorben und innerhalb weniger Minuten wusste das ganze Land Bescheid. Das war eine Sternstunde der Handys. Hat man früher gesagt: „ … es verbreitete sich wie ein Flächenbrand …“, konnte noch keiner voraussehen, wie wahr das sein würde. Zu erleben beim Tod von Udo Jürgens. Ich war bei einer Weihnachtsfeier, als ein Frau plötzlich sagte: „Udo Jürgens ist tot!“. Innerhalb von Sekunden hatten viele ihre Handys in der Hand und blickten auf die kleinen Bildschirme: "Ja, es stimmt!“

Ich glaube tatsächlich, dass sich noch nie zuvor eine Nachricht so schnell verbreitet hat wie diese. Mein tragbares Telefon, das ich auf „lautlos“ gestellt hatte, vibrierte unaufhörlich in meiner Tasche. Dann begannen die Erinnerungen im Kopf zu rattern.

1960 habe ich Udo zum ersten Mal gesehen. Er hatte mit „Jenny oh Jenny“ seinen ersten großen Hit. Ich war in einem Wettbewerb als Sänger auf der Bühne und Udo saß in der Jury. Er hat mich schlecht bewertet.

Ab da sollten sich unsere Wege immer wieder kreuzen. Er war mehrmals mein Gast in „Spotlight“  und in vielen TV-Galas. In einer Live-Sendung von „Licht ins Dunkel“ animierte ich ihn, für die Aktion ein Lied zu schreiben. Er lieferte im nächsten Jahr.

Am Todestag sagte Michael Heltau in der Sondersendung der „ZIB“ dem Sinn nach : „Er ist immer noch im Erfolg abgetreten. Eigentlich beneidenswert …“ So habe ich es auch empfunden. Udo ist achtzig Jahre alt geworden, stand schon wieder mitten in einer ausverkauften Monstertournee und schied ohne langes Leiden mit einem Schlag aus dem Leben. Auch ich könnte ihn fast beneiden.

Ein Kleinod werde ich als Erinnerung behalten. Vor vielen Jahren habe ich dem Udo einen Text geschrieben: "Du Mädchen mit der Rose, das an der Rampe stand. Ich danke Dir für das Geschenk aus Deiner zarten Hand" … 

Einige Zeit später traf ich Udo Jürgens wieder einmal in einer Sendung. Er nahm mich zur Seite und verriet mir: „Ich muss Dir sagen, Deinen Text wollte ich fast vertonen und aufnehmen!“

Das bleibt mir. Ich habe einen Text geschrieben, den Udo Jürgens fast gesungen hat."

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