Erstmals Nachwuchs bei bedrohter Affenart in Schönbrunn

Im Jahr 2012 sind die Bärenstummelaffen in das wiedereröffnete historische Affenhaus im Tiergarten Schönbrunn eingezogen. Seit Freitag gibt es erstmals Nachwuchs. „Das Jungtier ist etwa 400 Gramm schwer und klammert sich an seiner Mutter Kwaku fest. Kwaku kümmert sich fürsorglich und das Kleine trinkt brav. Derzeit schaut alles gut aus“, sagt Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Mit dabei sind noch der Vater Harper und das Weibchen Pam, die Tante des Affenbabys.

Bärenstummelaffen haben ein glänzendes schwarzes Fell, nur an den Schultern und rund um das Gesicht sind die Haare grau. Der lange Schwanz, der ihnen beim Springen durch die Bäume als Steuerungselement dient, ist weiß gefärbt. Ganz anders sieht das Jungtier aus. Schratter: „Bei der Geburt ist das Fell der Bärenstummelaffen weiß. Erst im Alter von etwa drei Monaten bekommen sie ein schwarzes Fell wie die erwachsenen Tiere.“

Das Verbreitungsgebiet der Bärenstummelaffen ist recht klein. Sie bewohnen die Regenwälder Westafrikas von Gambia bis zur Elfenbeinküste. Die tagaktiven Tiere verbringen ihr Leben in den Wipfeln der Bäume und sind auf Blattnahrung spezialisiert. Bärenstummelaffen gelten als bedrohte Tierart. Hauptgrund dafür ist, dass die Wälder zunehmend vom Menschen genutzt werden und ihr Lebensraum dadurch verloren geht. Ein weiteres großes Problem stellt die Jagd dar.

Bärenstummelaffen werden nur in wenigen Zoos gehalten und Zuchterfolge gelangen bislang sehr selten. Der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Welches Geschlecht das Jungtier hat, konnten die Tierpfleger noch nicht erkennen. Wenn es ein Weibchen ist, soll es den Namen „Marie“ bekommen. Er soll ein Andenken sein, denn genau einen Tag vor der Geburt des Kleinen ist das 20-jährige Bärenstummelaffen-Weibchen Marie altersbedingt verstorben.

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