Es geht in die Verlängerung

Von 1930 bis 1934 lebte Hugo Meisl in einer Wohnung im Karl-Marx-Hof, die zuletzt von seiner Tochter Martha Meisl bewohnt wurde. Im März dieses Jahres erfolgte die Aufkündigung des Mietverhältnisses durch die Sachwalterin von Martha Meisl per 30. April 2010. Auf Veranlassung von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig ist die rechtlich verbindliche und verpflichtende Aufforderung zur Räumung der Wohnung, die seit Aufkündigung des Mietverhältnisses durch die Sachwalterin von Frau Meisl besteht, vorerst von Wiener Wohnen ausgesetzt. Ludwig lässt durch die Experten des Wien Museums die kunst- und sporthistorische Bedeutung des gesamten Inventars untersuchen. Des Weiteren wird das Wien Museum eine Beurteilung über die Eignung der Wohnung für eine eventuelle Musealisierung abgeben. Die umfassende Expertise wird mit Ende November erwartet. "Hugo Meisl ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der österreichischen Fußballgeschichte.

Es gibt schon sehr viele Fürsprecher

Da sich sowohl seine Familie als auch der ÖFB für die Weiterführung der Wohnung als museale Gedenkwohnung einsetzen, habe ich den Auftrag gegeben, den kunsthistorischen und sporthistorischen Wert der Möblierung und des Inventars zu untersuchen. Außer­dem wird geprüft, ob und inwieweit eine Wohnung als Erinnerungsstätte für die Darstellung der Bedeutung Hugo Meisls für den österreichischen Fußball geeignet ist. Daher wird die Wohnung bis zum Vorliegen des Ergebnisses der Begutachtung durch die Fachleute des Wien Museums nicht geräumt“, so Michael Ludwig im Gespräch mit dem WIENER BEZIRKSBLATT.

Der 1881 geborene Hugo Meisl war ab 1912 bis zu seinem Tod 1937 Verbandskapitän des Österreichischen Fußballbundes bzw. dessen Vorläuferorganisation ÖFV. Meisls "Wunderteam“ blieb von April 1931 bis Oktober 1932 14 Spiele in Folge ungeschlagen. Als Höhepunkt dieser Serie gilt der 5:0-Sieg über Schottland am 16. Mai 1931 in Wien, der die erste Niederlage der Schotten in Kon­tinentaleuropa darstellte. Kurz vor Spielbeginn hatte Meisl mit den Worten "Geht’s raus und spielt’s euer Spiel!“ die Mannschaft motiviert. Dabei war es nur wenige Tage vor dem Spiel zu Streitereien gekommen, Meisl hatte in einem Café an der Ringstraße Journalisten mit den Worten „Da habt’s euer Schmieranski-Team“ einen Zettel hingeworfen. Dem Sieg gegen Schottland folgten nur kurz darauf ein 6:0-Erfolg in Deutschland, ein 2:0 gegen die Schweiz und ein 5:0 im Heimspiel gegen Deutschland. Das 3:4 in England galt trotz der Niederlage als Erfolg, als Ende der "Wunderteam“-Ära wird die 1:2-Niederlage gegen die Tschechoslowakei im April 1933 gewertet.

  • Adresse: Karl-Marx-Hof, 1190 Wien

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