Falco lebt: Partys, Album und Musical

Der Mythos ist unsterblich: Als Falco bestieg Johann Hölzel den internationalen Pop-Olymp. Der gebürtige Wiener, bis heute als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Musiker, hätte am 19. Februar seinen 60. Geburtstag gefeiert. Die Faszination um den Falken ist fast zwanzig Jahre nach seinem Tod ungebrochen, wie auch ein neues Musical unter Beweis stellen möchte.

„Falco – Das Musical“ geht am 1.4., 25.5. und 11.6. in der Stadthalle über die Bühne (Tickets ab 49,50 Euro). Sony bringt bereits am 17.2. das neue Best-of-Album „FALCO 60“ heraus – als 2CD-, 3CD, Doppel-Vinyl und Doppel-DVD! Zu einer dreitätigen Party im U4 laden von 17. bis 19.2. „Die Goldfisch“, eine Band aus Ex-Mitgliedern der Falco-Band und Freunden  von Falco (Tickets ab 29 Euro, www.u-4.at/falco). Auch auf Puls 4 lebt Falco weiter: Am 17.2. laufen ab 19.05 Uhr Videos, Dokumaterial und das Konzert beim Donauinselfest 1993. ORF 3 startet schon am 4.2. ab 20.15 eine große Falco-Nacht.

Johann Hölzel kam 1957 als einziger Überlebender von Drillingen zur Welt. Schon früh zeigte sich ein ausgeprägtes musikalisches Talent. So lernte er schnell Schlager auswendig, die im Radio gespielt wurden. Zu seinem vierten Geburtstag bekam er einen Stutzflügel geschenkt, ein Jahr später einen Plattenspieler, auf dem er bevorzugt Elvis Presley, Cliff Richard und die Beatles hörte. Im Alter von fünf Jahren wurde ihm bei einem Vorspieltermin an der Wiener Musikakademie ein absolutes Gehör bescheinigt.

1963 wurde Hölzel in die römisch-katholische Privatschule der Piaristen eingeschult. Ab 1967 besuchte er das Rainergymnasium in Wien. Wenig später verließ Vater Alois Hölzel die Familie, so dass der Junge unter der Obhut seiner Mutter Maria und der Großmutter aufwuchs. In dieser Phase bildete sich sein inniges Verhältnis zur Mutter († 2014) heraus, das bis zu seinem Tod anhielt. 1973 verließ Hölzel die Schule, nachdem er etliche Fehlstunden angehäuft hatte. Auf Drängen seiner Mutter begann er eine Lehre zum Bürokaufmann bei der Pensionsversicherungsanstalt, die er aber nach kurzer Zeit abbrach. Mit Freunden gründete er die Band Umspannwerk. Im Alter von 17 Jahren meldete er sich freiwillig zum Präsenzdienst beim österreichischen Bundesheer.  In dieser Zeit spielte er anfangs E-Gitarre, wechselte dann aber zu seinem Lieblingsinstrument, dem E-Bass. Anschließend schrieb er sich zunächst am Wiener Musikkonservatorium ein, brach das Studium aber nach einem Semester ab, um „ein richtiger Musiker“ zu werden.

1977 Johann Hölzel zog für einige Monate nach West-Berlin, wo er als Jazz-Bassist durch verschiedene Clubs tingelte und mit der Musikszene in Berührung kam. In einem österreichischen Hotel sah er am 1. Jänner 1978 das „Neujahrsspringen“ der Vierschanzentournee, bei dem ihn der „Falke“ genannte DDR-Skispringer Falko Weißpflog beeindruckte; Hölzel beschloss, sich nach dem Sportler zu benennen. Um eine bessere internationale Vermarktbarkeit zu erzielen, änderte er die Schreibweise des Namens zu Falco.

Zunächst ließ er sich bei einigen Auftritten als Falco Gottehrer bzw. Falco Stürmer ankündigen, doch fielen diese Zunamen nach kurzer Zeit wieder weg. Auch seinen bürgerlichen Namen änderte er in dieser Zeit in das internationalere Hoelzel.  Zurück in Wien, trat Falco dem Ersten Wiener Musiktheater (später Hallucination Company) bei, einem avantgardistischen Rocktheater. Mit dieser Gruppe erzielte er erste Erfolge, die zunächst auf die Wiener Szene beschränkt waren. Im Jahresverlauf wechselte er zur politischen Anarcho-Band Drahdiwaberl (parallel dazu spielte er ab 1978 auch noch in der eigenen Band Spinning Wheel). Als Bassist und gelegentlicher Sänger zeigte Falco neben seinem musikalischen Talent auch schon seine exaltierte Seite: Bei den Auftritten der „Chaotenband“ schützte er seine Designerkleidung durch Plastiküberzüge vor Beschädigung.

Sein selbst geschriebenes Stück „Ganz Wien“, das von der Band lediglich als Solo-Pausenfüller gedacht war, trug Falco 1980 als Sänger vor. Das Lied, das den Drogenkonsum in der Wiener Szene thematisierte, wurde zum Underground-Hit in der österreichischen Hauptstadt; der Hörfunk boykottierte es. Im Mai 1979 produzierte Falco seine erste Single mit den Titeln Chance to Dance und Summer, die erst 28 Jahre später im Rahmen einer Werbeaktion für die Wiener Einkaufsstraßen in Form einer Werbe-CD veröffentlicht wurden. Diese CD enthält sowohl die beiden Originalaufnahmen als auch jeweils einen mit zusätzlichen Gitarrenparts versehenen Remix sowie ein Interview mit dem Produzenten der Platte, René Reit – der Rest ist Musikgeschichte.

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