Fallen beim Mietvertrag

Wenn ein Wohnungsuchender ein Mietanbot unterzeichnet, bleiben dem Vermieter  alle Trümpfe. Denn das Mietanbot ist kein Angebot.

Wer auf Wohnungsuche ist, muss auf einen  Fallstrick besonders aufpassen, nämlich das  „Mietanbot“. Dieses kommt von der Vermieterseite und beinhaltet in der Regel die Adresse der Wohnung, die Mietdauer, die Höhe des Mietzinses und der Kaution sowie allenfalls einer Ablöse. Doch was viele nicht wissen: Mit der Unterfertigung eines derartigen „Anbots“ ist noch kein Mietvertrag abgeschlossen! Die Unterschrift bedeutet lediglich, dass man selbst dem Vermieter ein Angebot legt, sich aber gleichzeitig an die von ihm formulierten Bedingungen bindet. Wer also ein solches „Anbot“ unterschreibt, liefert sich damit dem Vermieter aus. Denn dieser kann sich aussuchen, ob er den Vertrag mit diesem oder einem anderen Interessenten abschließt, während man als Wohnungsuchender gebunden ist. Das bedeutet: Nach Unterzeichnung des „Anbots“ kein anderes unterschreiben, da man sonst zweifach verpflichtet wäre – und keinesfalls das alte Mietverhältnis auflösen!

Rücktrittsrecht
Doch es gibt Mittel um gegenzusteuern: Ein befristetes eigenes Angebot – Höchstdauer zwei Tage – zwingt den Vermieter zu einer raschen Entscheidung. Weiters kann man selbst Bedingungen für denVertragsabschluss formulieren: Wenn meine Bank mir den notwendigen Kredit gewährt, wenn mein Partner zustimmt etc. Auch ist es sinnvoll, weitere Punkte wie Weitergaberecht oder Investitionsablösen zu formulieren. Einen Rettungsanker gibt es auf jeden Fall: Wer ein „Anbot“ innerhalb von 24 Stunden unterzeichnet, kann davon eine Woche lang zurücktreten.

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