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“Finger weg vom Funkhaus!”

Das sagen zahlreiche Promis und Kulturschaffende, die sich gegen die Schließung des historischen ORF-Funkhauses in der Argentinierstraße stark machen. Sie bezeichnen die Pläne der ORF-Führung, den Betrieb des Funkhauses stillzulegen und das Haus zu verkaufen als „geistesgestörte Entscheidung“.

In den 1930-er Jahren erbaut, ist das Funkhaus in der Argentinierstraße 30a das älteste Sendegebäude Österreichs. Neben drei Radiosendern (FM 4, Radio Wien, Ö1) und einem Fernsehstudio (Wien Heute) beherbergt es auch den Großen Sendesaal des ORF-Radiokulturhauses, wo Österreichs Rundfunkgeschichte ihren Anfang nahm. Doch jetzt steht das historische Haus im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen des ORF zum Verkauf, der gesamte Sendebetrieb soll in einem neu geschaffenen Newsroom auf dem Küniglberg zentralisiert werden.

Rettet das Funkhaus
Nicht mit uns, sagen Kulturschaffende wie etwa Robert Menasse, Erwin Steinhauer oder Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die sich seit letztem Jahr mit der Initiative „Rettet das Funkhaus“ für dessen Beibehaltug stark machen. Sie befürchten, mit der Zusammenlegung könne die redaktionelle Eigenständigkeit der Sender nicht mehr gewährleistet werden. Außerdem bringe die Absiedlung des Sendebetriebes – wie von der ORF-Führung argumentiert – keinerlei Einsparungen. Dass ein Teil des denkmalgeschützten Gebäudes erhalten bleibt, tröstet nicht über die Sorge hinweg, dass der Rest zu einem Wohnkomplex umgebaut werden könnte. Bis zum 11.11, dem Ende der Anbotsfrist für den Erwerb der Liegenschaft, meldeten sich 31 Interessenten. Derzeit prüft der ORF die Angebote, doch die Künstler sagen: “Wir stehen erst am Beginn unseres Protest.”

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