Floridsdorfer Horizont ist jetzt “senderfrei”

Da fehlt doch was! Der Floridsdorfer Rundblick ist seit 24. Februar ein ungewohnter, weil der Anblick des mit 265 Meter höchsten Bauwerks des Landes seither fehlt. "Demnächst hätten die Stahlseilsicherungen um rund eine Million Euro erneuert werden müssen“, begründet Gernot Radosits vom Österreichischen Rundfunk die radikale Maßnahme.

Eigentlich ein totes Mittelwelle-Fossil

Ausgedient hatte der Sender aber bereits 1995. Die vereinzelte Ausstrahlung von Ö1-Sendungen wurde 2009 beendet. Der Grund lag in der Einstellung des Radio-Mittelwellenbetriebs, der seit seinem Höhepunkt im Jahr 1969 an Bedeutung verlor. Wer heute das Radio einschaltet, hört Kurzwelle (UKW-Radio).
Zahlreiche Schaulustige verfolgten am 24. 2. die Sprengung, die wie folgt ablief: Drei SEMTEX-Sprengladungen wurden in der Höhe von 10 m, 90 m und 18 m an der Stahlrohrkonstruktion angebracht und die Halteseile des Mastes teilweise gekappt. Durch die Zugkraft der verbliebenen Seile fielen die drei Abschnitte "wie eine Ziehharmonika“ in sich zusammen. Die Seriensprengung erfolgte von oben nach unten, wobei auf jeder Ebene 4 kg Sprengstoff detonierten.  Der kleinere, 120-m-Reflektormast wurde als Ganzes in Richtung Osten zu Fall gebracht. Unangetastet blieb das im Besitz von ORF und Stadt Wien stehende Sendegebäude.
Derzeit wird geprüft, ob die hochinteressante Einrichtung und das 25 Hektar große Areal für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Geschichte zum Sendebetrieb

Die erste Sendung ging am 28. 5. 1933 vom Bisamberg aus in den Äther. 1945 von Nazitruppen gesprengt, errichtete die Rote Armee 1950 einen Behelfssender. Die jüngsten Sende­masten wurde 1959 in Betrieb genommen. 

  • Adresse: Senderstraße, 1210 Wien

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