Floridsdorferin ausgezeichnet für ihr Engagement für Kinder

Seit drei Jahren kümmert sich die
Mieterin Brigitte Röhrenbacher um etwa 100 Kinder in ihrem Hof der
Großfeldsiedlung im 21. Bezirk. Angefangen hat alles im April 2008 mit einem
Kasperltheater für die Kleinen. Heute organisiert Frau Röhrenbacher viele
unterschiedliche Feste, unter anderem das beliebte ADOLOS-Frühsommerfest, das
dieses Jahr am Mittwoch, 1. Juni 2010, stattfand. Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Michael Ludwig
und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Ilse Fitzbauer ehrten Frau Röhrenbacher
mit "Dank und Anerkennung der Stadt Wien" für ihr Engagement für die Kinder der
Großfeldsiedlung.

"Der Grundstein für eine
gute Nachbarschaft, die auf gegenseitiger Rücksichtnahme, Verständnis und
respektvollem Umgang basiert, wird bereits in der Kindheit gelegt. Frau
Röhrenbacher beweist das mit ihrem großen Engagement und beherztem Einsatz
tagtäglich. Das positive Feedback der Kinder und ihrer Familien bestätigt
diesen Weg", so Vizebürgermeister Ludwig.

Neben einem bunten Programm mit Kindermusical und Tombola trat Sänger
Vincent Bueno – bekannt als "Dancing Star" und Gewinner der TV-Show
"Musical! Die Show" – auf. Der erfolgreiche Musiker ist selbst in
einem Gemeindebau in Favoriten aufgewachsen.

Alles für die Kinder

Als "bitterarm"
beschreibt Brigitte Röhrenbacher ihre Kindheit. Doch die Care-Pakete, die sie
und ihre Familie in der Nachkriegszeit immer wieder bekamen, waren für sie ein
Zeichen dafür, dass es irgendwo Menschen gab, denen ihr Schicksal nicht egal
war. "Es gab jemandem auf der Welt, der uns zwar nicht kannte, uns aber dennoch
geholfen hat", meint sie. Jetzt, fünfzig Jahre später, ist sie mit ihren
Kinderfesten und -geburtstagen in der Großfeldsiedlung auch so etwas wie ein "Care-Giver" geworden. Sie hat auch einen Geburtstagsclub gegründet – die
ADOLOS (die Adolf-Loos-Gasse-Kinder). Nun steigt jeden zweiten Monat eine
Geburtstagsparty, bei der alle Kinder, die Geburtstag haben, kleine Geschenke
erhalten.

Die Motivation, etwas für "ihre" Kinder zu tun, geht
darauf zurück, dass sie sich gewundert hatte, warum die Kinder immer nur in
kleinen Gruppen, je nach sprachlichem und kulturellen Hintergrund spielten.
Also fasste Frau Röhrenbacher den Entschluss, den Kindern eine sinnvolle
Alternative zu bieten. „Vorher kannte ich keines der Kinder persönlich. Heute
ist es manchmal so, dass ich kaum in meine Wohnung komme, weil mir die Kinder
all ihre Neuigkeiten des Tages erzählen", lacht sie. Nun wird ihre Tasche
getragen und die Kleinen haben Spaß daran, im Winter freiwillig bei der
Schneeräumung zu helfen. Dafür hat Brigitte Röhrenbacher extra Kinder-Schaufeln
angeschafft und aus eigener Tasche bezahlt. Viel Geld hat sie nicht. Seit einer
schweren Erkrankung ist die 53-Jährige arbeitsunfähig.
 

"Ich will den Kindern zeigen, dass sie etwas wert sind", erklärt sie ihr
Engagement. Heute spielen die Kinder miteinander, sie helfen einander und ihr
Selbstwertgefühl ist gestiegen. Die Familien kommunizieren untereinander, man
kennt sich. „Wichtig ist, was man den Kindern vorlebt. Wenn man den Kindern
nicht zeigt, dass das Leben schön ist, wie können sie dann zu glücklichen
Menschen werden?", fragt Frau Röhrenbacher, die einen großen Wunsch hat: "Dass
sich in dreißig Jahren zumindest eines der Kinder daran erinnert, dass es in
der Großfeldsiedlung einmal eine Frau gab, die ihnen geholfen hat. Und dass
dieses Kind dann als Erwachsener auch anderen Kindern hilft."

Mehr zu ADOLOS
Geburtstagsclub: www.adolo.at.vu

  • Adresse: Adolf-Loos-Gasse, 1210 Wien

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