Fotoschau von Alfons Walde in Leica Galerie

Die Fotografien des Malers Alfons Walde (1891–1958) aus dem Nachlass des Künstlers, die über Jahrzehnte unbeachtet in einer Kiste schlummerten, wurden im Dezember 2014 erstmals im Fotomuseum WestLicht gezeigt. Zur diesjährigen Wintersaison präsentiert die Galerie OstLicht in der Leica Galerie Wien bis 8. April eine Auswahl von Aufnahmen aus dieser spektakulären Entdeckung.

Der weltberühmte Landschaftsmaler Alfons Walde entpuppt sich darin auch als Meister der Fotografie – mit Fokus auf den weiblichen Akt. Seine Inszenierungen reichen von klassischen Posen aus der kunsthistorischen Tradition bis hin zu erotisch aufgeladenen, teils pornografischen Szenen. Während seine Schwarz-Weiß-Fotografien in den frühen 20er Jahren noch an Egon Schiele und Koloman Moser erinnern, ist ab den 1930ern seine Rolle als Vorreiter der Farbfotografie bemerkenswert. Alfons Walde benutzte seine Leica mit dem gerade erfundenen Farbfilm und fertigte Diapositive an, die in ihrer malerischen Anmutung faszinieren. Neben dem erotischen Werk entstanden Landschafts-, Porträt- und Architekturaufnahmen. Die Fotografien dienten dem Künstler auch als Anregung und Vorlage für seine Malerei.

Wenig bekannt war lange Zeit, dass Alfons Walde auch ein reiches erotisches Werk mit zahlreichen Aktbildern geschaffen hat, die teilweise erst in jüngster Zeit veröffentlicht wurden. Beim Akt „Sitzende mit übergeschlagenem Bein“ beispielsweise gelang ihm durch zeichnerische und farbliche Unschärfe eine geheimnisvoll erotische Atmosphäre. Ob allerdings die zehn an Pornographie grenzenden „erotischen Aktzeichnungen“ von ca. 1935 und aus seinem Todesjahr 1958 aus der Wiener Galerie Suppan, die den Stempel „Aus dem Nachlass Prof. A. Walde, Kitzbühel“ tragen bzw. seine Paraphe oder Signatur aufweisen, tatsächlich alle aus seiner Hand stammen, ist nicht bekannt.

 

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