Gehsteig-Guerilla erobert den Bezirk

Gemütlich auf der Gasse sitzen, vor dem Wohnhaus die Sonne genießen und mit den Nachbarn tratschen: Ein gängiges Bild von Paris bis Barcelona. Ein Lebensgefühl, das sich auch die Wiedner Gehsteig-Guerilleros mit ihrem Hauptquartier in der Großen Neugasse nicht nehmen lassen – auch wenn es teilweise auf wenig Gegenliebe stößt.

Vom Gehen und Sitzen auf der Gasse

Das Atelier in der Großen Neugasse 6 war anfangs nur Arbeits- und Lagerraum für acht junge Architekturstudenten. Mittlerweile sind sie fertige Architekten, das Atelier mehr als nur Büro: "Es ist sozialer Treffpunkt geworden, den wir auch vor die Tür verlegt haben", so Gehsteig-Guerillero René Ziegler. "Anfangs haben wir uns nichts dabei gedacht, haben uns Sessel geschnappt und uns hinausgesetzt." Die Mehrheit der Passanten freute sich über die Belebung. "Nachbarn kommen ins Gespräch – ein Stück weit fällt die Ano­nymität in der Stadt weg", so Gehsteig-Commandante Ziegler. Die Freude an der frischen Luft hielt jedoch nicht lange an, es trudelte eine Anzeige ein – anonym. "Gesetzlich gibt es keine Regelung für das Sitzen am Gehsteig. Wir betreiben ja keinen Schanigarten. Jedenfalls dürfen bei einer Restgehsteigbreite von 2 Metern von uns nur 50 cm in Anspruch genommen werden." Um Probleme zu vermeiden, einigte man sich mit der Stadt: "Wir entrichten eine Gebühr von 150 Euro – dafür dürfen wir den Gehsteig für zwei Saisonen von März bis Oktober nützen", so Ziegler.

Raumgefühl

Die Guerilleros zeigen sich erfreut über die Einigung mit der Stadt, pochen aber weiterhin auf eine freie Benützung des öffentlichen Raumes. News und Termine finden ­Interessierte auf facebook (1.700 Fans) oder auf www.gehsteig-guerrilleros.soup.io

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