„Gut“ für Austria und Rapid im VKI-Test

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat alle 20 Fußballvereine der ersten und zweiten Leistungsstufe der Österreichischen Fußball-Bundesliga auf ihre Besuchertauglichkeit getestet und dabei Austria und Rapid mit „gut“ benotet, der FAC erhielt ein „wenig zufriedenstellend“. Auf dem ersten Platz landete Red Bull Salzburg, dahinter der SKN St. Pölten und Sturm Graz, die alle drei – und als einzige Vereine – mit „sehr gut“ abschnitten.

Von März bis Mai dieses Jahres zogen VKI-Tester durch ganz Österreich und untersuchten 20 Vereine und ihre Fußballplätze nach mehr als 200 Kriterien. Bewertet wurden z.B. : Online-Auftritt, Gastronomieangebot, Anreise sowie das gesamte Stadion selbst. Zu holen gab es maximal 100 Punkte, wobei die Erstplatzierten 96, 90 und 86 Punkte erreichten. Rapid – noch im ehemaligen Hanappi-Stadion getestet – kam als Viertgereihter auf 78, die Austria als Siebenter auf 72 Punkte. Die schlechtesten Zensuren erhielten Admira Wacker Mödling und der  Floridsdorfer Traditionsverein FAC mit je 34 Punkten.

 

Belästigung durch Raucher

Für die Rapid und Austria , die beide ein „Gut“ erhielten, räumt VKI-Projektleiter Walter Hager ein, dass sie bei einem Test an den neuen Spielstätten wohl ein „Sehr gut“ erreichen würden. Was beim vorliegenden Check, der Europa-weit der erste dieser Art ist, bei der Austria hauptsächlich bemängelt wurde: Fehlende Informationen auf der Homepage und der vergitterte Gästesektor. Am ehemaligen Rapid-Stadion kritisierte der VKI den Kinder-Parcours, der sich „in den Katakomben“ befunden habe, wo überdies geraucht worden sei. Letzteres wurde in mehreren Stadien vor allem von Kindern kritisiert: Sie fühlen sich durch Zigarettenrauch belästigt.

Beim FAC ist die Mängelliste länger. Hager: „Der Zuschauerbereich ist teilweise nicht überdacht, die Toiletten verfügen nicht über Warmwasser, die Parkplatzsituation ist schlecht.“ Auch für den Online-Auftritt und den VIP-Bereich erhielt der FAC ein „nicht zufriedenstellend“. Lob gab es hingegen für die öffentliche Erreichbarkeit der Sportstätte und das  großzügige Platzangebot für Kinder.

 

Bundesliga „besser als ihr Ruf“

Besonders freut VKI-Geschäftsführer Rainer Spenger die Aufgeschlossenheit der Bundesliga gegenüber dem Check. Auch bei den Vereinen selbst sei man auf große Transparenz gestoßen. Der VKI-Chef zum Ziel der Untersuchung: „Das Produkt Fußball soll noch professioneller werden.“ In diesem Sinn soll der Test regelmäßig wiederholt werden, um „Druck auf die Klubs“ zu erzeugen, wie Spenger sagt.

Reinhard Herovits, Vorstand der Österreichischen Fußball-Bundesliga, betonte, dass die Bundesliga „besser als ihr Ruf“ ist;   Verbesserungen in Bereichen wie Anreise- und Parkmöglichkeiten oder die Gestaltung der jeweiligen Homepage sollten kurzfristig machbar sein. Herovits stellt derartige Maßnahmen in den Rahmen der vor drei Jahren ausgerufenen „Vision 2020“ der Bundesliga, als deren Ziele er nannte: Eine Positionierung als professioneller Freizeitdienstleister und die Steigerung der Zuschauerzahlen.

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