Hernals und sein Bezirksspital

Im Krankenhaus Göttlicher Heiland wird es zu eng: Bis 2016 wird um- und ausgebaut

Das Krankenhaus Göttlicher Heiland ist das einzige Spital in Hernals und damit für die Gesundheitsversorgung im Bezirk von zentraler Bedeutung. Und die gute Nachricht ist: Das bleibt auch so. Entgegen zahlreicher kolportierter Meldungen ist eine Schließung weder jetzt noch in Zukunft geplant. Im Gegenteil: Der Regionale Strukturplan für das Gesundheitswesen, der 2009 beschlossen wurde, sieht vor, das Akut­krankenhaus Göttlicher Heiland noch weiter auszubauen?–?mit zusätzlichem Fokus auf die modernste Akutversor­gung älterer Menschen. So wird bis 2016 unter anderem die Neurologie weiter ausgebaut, zwei Stationen, Operationsbereich, Intensiv- und Nebenräume werden dazugebaut und bestehende Räumlichkeiten modernisiert.

Einziger Wermutstropfen: Die Gynäkologie und Geburtshilfe soll bis 2016 ins St. Josef Krankenhaus nach Hietzing übersiedeln. Martin Steiner, Geschäftsführer und Verwaltungsdirektor des Göttlichen Heiland, erklärt: "Natürlich sehen wir die Absiedelung der Geburtshilfestation auch mit einem weinenden Auge. Immerhin sind im Lauf der Jahre etwa 50.000 Kinder hier auf die Welt gekommen – das entspricht der Einwohnerzahl von Hernals.“ Aber der Trend ginge eben in Richtung Geburtshilfezentren, so Steiner. Außerdem platzt das Krankenhaus – laut Geschäftsführer – heute schon aus allen Nähten. Es bestehe akute Raumnot, Umbauarbeiten seien dringend notwendig und durch den Umzug der Geburtshilfe müssten Adaptierungen durchgeführt werden. Bezirkschefin Ilse Pfeffer betont: "Wir brauchen in Hernals ein Bezirksspital. Auch wenn der Göttliche Heiland Teil der Spitalsmeile Wien West ist, besteht sicher keine Überversorgung. Außerdem ist der Göttliche Heiland der größte Arbeitgeber im Bezirk mit 570 Arbeitsplätzen. Gesundheitsexperten und die Stadt Wien erkennen die gesellschaftlichen Herausforderungen, die besonders in der Pflege auf uns zukommen, und haben die Weichen gestellt“, so Pfeffer. Die geplanten Maßnahmen sind mit 42,5 Mio. Euro budgetiert.

75 Jahre Krankenbetreuung

Zehn Abteilungen, 276 Betten, mehr als 500 Mit­arbeiter: Das Krankenhaus Göttlicher Heiland war früher ein Ordensspital, 1935 gegründet von der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser. Mittlerweile gehört es zur Vinzenzgruppe. Es ist übrigens kein Privatspital. Fast 90 % der Behandelten sind Kassapatienten. Außerdem ist das Krankenhaus für den 17. Bezirk versorgungspflichtig. Mittlerweile ist das Gebäude ein wenig in die Jahre gekommen. Die letzte große Erweiterung wurde in den 1950er Jahren vorgenommen, ein Zubau in den 1990er Jahren. In der nächsten Zeit werden also einige notwendige Arbeiten durchgeführt.
Der Göttliche Heiland ist auf die Versorgung älterer Menschen spezialisiert: Hier werden oft Patienten operiert, die durchschnittlich älter sind als in anderen Krankenhäusern Wiens. Besonders stolz ist man auf die höchste Quote an über 90-Jährigen, die erfolgreich operiert werden konnten. 

  • Adresse: Dornbacher Straße 20-26, 1170 Wien

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *