Historiker auf Lauer: 800 Jahre Mauer!

Anlässlich des 800-jährigen Bestehens des Bezirkteils Mauer wurden alle verfügbaren Informationen zur Geschichte Mauers gesammelt und in Form einer Ausstellung vom 6.-27. August 2010 bei Weinbau Lentz ausgestellt. Die Ausstellung „800 Jahre Mauer“, organisiert von der Maurer Heimatrunde, zeigt die wechselhafte Geschichte des Ortes, als selbstständige Gemeinde und als Teil des 23. Bezirks. Durchforstet man die Geschichte Mauers, so taucht auf jeden Fall eine Frage auf: Welche Mauer ist eigentlich gemeint?

Kleine Geschichte von fast allem

Der Ursprung der Ortschaft Mauer liegt im Mittelalter, aus dieser Zeit wurden die ältesten Besiedelungsspuren des 23. Bezirks gefunden. Der genaue Zeitpunkt ist durch die Existenz zweier Bezeichnungen verschleiert: Vom Ende des 12. bis hinein ins 15. Jahrhundert ist der Name „Gereut“ bezeugt. Der heutige Name „Mauer“ taucht erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1210 auf. Die Entstehung des Namen bleibt ein Geheimnis. Möglicherweise lässt sich der Ortsname mit der Existenz alter, vielleicht römischer Mauerreste im Ort erklären. Wirtschaftlich florierte die Region: Im gesamten spätmittelalterlichen Zeitraum war der Weinbau der mit Abstand wichtigste Erwerbszweig der gesamten Region. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Mauer von den Wienern als Ort der Erholung und Entspannung entdeckt. Weinwirtschaft und Fremdenverkehr wurden somit die Standbeine der Gemeinde.

Vom Weinbau zum Wirtschaftsboom

Durch den wirtschaftlichen Aufschwung, der besonders 1883 durch die Erschließung des Ortes mittels der Dampftramway vorangetrieben wurde, entwickelte sich Mauer so gut, dass es 1927 zur Marktgemeinde erhoben wurde. Das Jahr 1938 brachte nicht nur den Verlust der Selbstständigkeit Österreichs, sondern auch den der Gemeinde Mauer: So wurde der Ort mit 96 anderen Gemeinden zum 25. Bezirk zusammengeschlossen, und erst 1946, als 80 der 97 Gemeinden an Niederösterreich restituiert wurden, entstand Mauer als Teilbezirk von Liesing. Bis heute ist Mauer mit seinem Weinbau wichtigster Weinort im südlichen Wien und beherbergt einige bekannte Heurige: Steinklammer, Wiltschko, ­Zahel (direkt am Maurer Hauptplatz) u. v. m.

Kultur, Bildung und Sport in Mauer

Wer glaubt, dass sich in Mauer nur alles um den Weinbau dreht, irrt gewaltig: Für alle energiegeladenen Fußballer gibt es seit 1948 die Möglichkeit, beim Fußballverein „Union Mauer“ zu kicken. Von der U 8 bis zu den Senioren will der Verein seinen Fußballern ermöglichen, ihren Lieblingssport mit Freude auszuüben. Nicht nur der Sport, sondern auch Bildung wird in Mauer großgeschrieben: 1660 ließen sich die Ursulinen in Wien nieder und machten sich, als 1958 der Raum in der Innenstadt für die Schulen zu eng wurde, auf die Suche nach einem neuen Standort. Sie fanden ihn in Mauer auf der sogenannten Teppichwiese, wo ihr heutiges Schulzentrum  St. Ursula entstand. Ein  fester Bestandteil des Maurer Eventkalenders ist jedes Jahr der Maurer Kirtag, organisiert vom Lion’s Club St. Stephan (siehe Kasten). Sehenswert ist auf jeden Fall auch die Wotrubakirche am Maurer Berg. Erbaut aus 152 Betonblöcken, ist sie eine Kirche der anderen Art.

Spaß und Unterhaltung am Kirtag

34 Jahre Kirtag. Seit so vielen Jahren ist der Maurer Kirtag schon eine Liesinger Institu­tion. Auch heuer lockte der vom Lion’s Club initiierte Event zum 34. Mal mit seinen zahlreichen Attraktionen viele Familien, Feierlus­tige und Interessierte nach Mauer. Gefeiert wird jedes Jahr drei Tage im Juni am Maurer Hauptplatz, in der Dr. Barilits-Gasse sowie im Ölzeltpark. Der Kirtag ist mittlerweile Tradition in Mauer und glänzt mit hohen Besucherzahlen. Unterhaltungsmusik, ein Vergnügungspark und einige Kirtagsstandln sorgen für gute Stimmung. Mit dabei ist auch jedes Jahr der Blutspendebus am Hauptplatz. Im Zuge der Veranstaltung werden Lose verkauft und eine Tombola ausgespielt. Der Reinerlös geht größtenteils an Institutionen in Mauer wie zum Beispiel an die Pfadfinder und andere soziale Organisationen. 

  • Adresse: Speisinger Straße 256 256, 1230 Wien

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