Keine Ehrung für Auschwitz-Leugner

Nach Protesten wurde Walter Lüftl, dem früheren Präsidenten der Bundesingenieurkammer das "Goldene Diplom“ der TU aberkannt. Grund: Lüftl hatte in einem "Gutachten“ 1991 behauptet, die Massenvergasungen im Konzentrationslager Auschwitz wären aufgrund der Naturgesetze und fehlender technischer Voraussetzungen nicht möglich gewesen. Damals erschienen die Aussagen in mehreren einschlägigen neonazistischen Pub­likationen. Ein Jahr danach führte die Auschwitz-Leugnung zum Rücktritt Lüftls als Präsident der Bundesingenieurkammer.   

Später Widerruf des Ehrenschützers

Im Dezember 2009 wiederum erhielt Lüftl "Das Goldene Diplom“ der TU. Eine Ehrung, die TU-Absolventen zum 50-jährigen Jubiläum ihres Abschlusses beantragen. Rund 600 Anträge wurden in den letzten 15 Jahren ausgestellt, keiner bisher abgelehnt. Bei Bekanntwerden des zweifelhaften Jubilars setzte Rektor Skalicky eine Kommission ein, um den Fall zu prüfen – zu ­einem Zeitpunkt, als Kulturstadtrat Mailath-­Pokorny bereits die Aberkennung des Titels forderte. Skalicky: "Der Rücktritt Lüftls als Präsident der Ingenieurkammer war mir noch in Erinnerung, nicht jedoch die Vorwürfe als 'Holocaust-Leugner‘.“ Letztlich widerrief Rektor Skalicky die Ehrung: "Ich bedaure (…) diesen von mir zu verantwortenden Fehler.“
Kurz nach der Aberkennung übernahm Rektor Skalicky den Ehrenschutz für ein Event, auf dem mit der Burschenschaft Olympia und europäischen Rechtsradikalen eindeutig „Ewiggestrige“ auftreten: den Ball des Wiener Korporations-Ringes.

  • Adresse: Wiedner Hauptstraße 8-10, 1040 Wien

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