Klettern im “Ewigen Reich”

Rechtsextreme Bezeichnungen für Kletterrouten rund um Wien 

Seilklettern ist dieser Tage Trend-Sportart – ewiggestrige Namen tragen jedoch einige Klettersteige rund um Wien. Denn in der Kletterszene ist es Usus, dass der Erstbesteiger einer Route diese nach Gutdünken selbst benennen darf. So finden sich in seinen Kletterbüchern für die Hohe Wand Namen wie "Neue deutsche Härte“, "Mit wehenden Fahnen“ oder für den Schneeberg "Ewiges Reich“ oder "Daham ist daham“. Auch "Heimaterde“ und "Swastika“ (urspr. Name in Sanskrit für Hakenkreuz) hat derselbe Namensgeber seine Steige getauft: Thomas Behm ist ein Gipfelstürmer der ganz alten Schule, der fleißig klettert – ambitionierte Kletterer (und aufmerksame Zeitgenossen) kennen seine Führer. In die Öffentlichkeit drangen sie jetzt erst – nachdem sie sich im Handel, von Intersport Eybl bis Freytag & Berndt, eingeschlichen hatten.

"Wir waren uns der Situation nicht bewusst. Nach der Überprüfung erwägen wir, diese Unterwanderung zu unterbinden, indem wir die Publikationen aus dem Sortiment nehmen“, so Freytag & Berndt-Geschäftsführer Christian Halbwachs. Auch von Seiten des VAVÖ, des Dachverbands aller Alpin-Vereine, gibt es eine Stellungnahme: Man distanziert sich und appelliert an die Verleger, "Namen nicht zu publizieren, die in den Geruch einer alten Nazidiktion kommen“, so VAVÖ-Vize Reinhard Dayer.

Nach WIENER BEZIRKSBLATT-Bericht: Namensgeber zeigt sich einsichtig

In seiner Stellungnahme an den VAVÖ schreibt er, dass Routennamen, die in den Geruch einer alten Nazidiktion kommen, umzubenennen. In den Restauflagen seiner aktuellen Kletterführer werden diese Routennamen geschwärzt und jeem Exemplar ein Blatt beigelegt, das auf die Umbenennung hinweist.

  • Adresse: Bäckerstraße 16, 1010 Wien

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *