Kottan klärt Mord im Gemeindebau

Einen Mord im Gemeindebau, nämlich in der Hartlgasse 16a, klärte der legendäre Major Kottan bereits 1976 im Fernsehen. Ab 15. April 2009 muss Kottan wieder im Gemeindebau ermit­teln, und zwar in der Rabengasse 3a – im Rabenhof Theater. „Das Drehbuch von Helmut Zenker wurde für die Bühnenfassung komplett übernommen und nur geringfügig an die Gegenwart angepasst", erklärt Schauspielerin Doris Schretzmayer. Sie hat im Stück die Rolle der Hausmeisterin inne. „Das ist für mich was ganz Neues, ich hab noch nie was in diesem Milieu gespielt", erzählt die zierliche Frau. Die Hausmeis­terin beschreibt Schretzmayer als „mieselsüchtig, cholerisch – so eine Person, die alles besser weiß, aber selbst nichts auf die Reihe bringt".

Bunter Mikrokosmos


Ganz anders der Charakter von Kottans Kollege Schrammel – verkörpert von Rudi Roubinek, auch bekannt als „Seyffenstein" in „Wir sind Kaiser". Er beschreibt den Schrammel als „eher reduzierten Typen. Er ist patschert aber net ganz deppert und hat seine liebe Not mit dem Kottan, der ja ehrlich gesagt ein bissl ein Vollkoffer ist", meint Roubinek. Schrammel, Kottan, die Haumeisterin und andere bunte Gestalten bevölkern in der Bühnenversion den Mikrokosmos Gemeindebau.

„Da gibt es einen Studenten, dann so einen windigen Anlageberater, eine ältere Dame, die schon bessere Zeiten gesehen hat, einen Briefträger, der dem rechten Lager zugetan ist – also eine bunte Mischung, die es aber auch in jedem normalen Zinshaus geben könnte", sinniert Roubinek alias Schrammel. Kollegin Schretzmayer hat eine ganz besondere Beziehung zum Kottan: „Ich hab als Zwölfjährige eine Autogrammkarte vom Lukas Resetarits bestellt und auch bekommen. Aber damals haben mich dann seine Brusthaare gestört, das war mir doch ein wenig zu männlich", erinnert sich die 36-Jährige und lacht.

Und auch zu Wien unterhält sie eine Beziehung – eine sehr liebevolle: „Ich bin ja auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ab meiner Pubertät hab ich dann von der Stadt geträumt – von Wien. Für mich war Stadt gleichbedeutend mit Möglichkeiten. Hier gibt es eine wirklich hohe Lebensqualität. Und die Wiener sind im Vergleich zu den Berlinern sehr umgänglich", sagt Schretzmayer, die einige Jahre in Berlin gelebt hat. Kritischer sieht das der gebürtige Wiener Roubinek: „Ich wohn jetzt in Wien-Umgebung. Und wenn ich in die graue Stadt komm und ich seh die angfressenen Leut, bin ich froh, dass ich nicht mehr hier lebe."

Schöne Gegend ohne Kohle


Aber auch Roubinek ist vom Rabenhof beeindruckt: „Ich bin ja in Döbling aufgewachsen, und ich find es schon großartig, dass es dort viele Gemeindebauten gibt. In Grinzing sind ja sonst nur Villen – und auch die Leut, die keine Kohle haben, sollen in einer schönen Gegend wohnen."

Kottan ermittelt: Rabengasse 3a
von: Helmut Zenker
Premiere: 15. April
Termine: 17., 18., 24., 25. April und 15., 16., 23., 24., 28.–30. Mai
Info: www.rabenhof.at oder Tel.: 712 82 82
  • Adresse: Rabengasse 3a, 1030 Wien

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