Leben in der Hansson-Siedlung

Ziemlich genau vor einem Jahr wurde mit der Sozialraumanalyse in der Per-Albin-Hansson-Siedlung und der angrenzenden Thermensiedlung Oberlaa begonnen. Und so unterschiedlich die einzelnen Gebiete sein mögen, eines kann man grob zusammenfassen: Die Wohnzufriedenheit ist sehr hoch. Vor allem der Erholungswert aufgrund vieler Grünflächen und der angrenzenden Parks wurde von den Bewohnern aller Altersgruppen sehr positiv bewertet. Dieser „dörfliche Charakter“ des Stadtteils wird durch die Bank als Pluspunkt hervorgehoben. Dem stehen aber auch einige negative Aspekte gegenüber. Denn: „Die Nachbarschaftskontakte nehmen immer mehr ab und es ergeben sich Konflikte zwischen den Generationen und den unterschiedlichen Kulturen der Bewohner. Das ist ein wichtiger Ansatzpunkt unserer sozialen Arbeit“, sagt Christine Lenk, Leiterin der Bassena 10. 

Ein Citybus und ein Seniorenspielplatz

Aufgrund des Alters der Siedlung (in die zur Zeit der Errichtung vorwiegend Familien mit Kindern eingezogen sind) ist die Gruppe der über 45-Jährigen größer als die der 0- bis 45-Jährigen. 38 Prozent der BewohnerInnen sind über 60 Jahre alt. Sie sind besonders mit der Nahversorgung, aber auch mit der medizinischen Versorgung zufrieden. Einzig ein Orthopäde wird vermisst. Ein Problem stellen allerdings die Distanzen in der Siedlung selbst dar. Ein „Citybus“ wurde öfter vorgeschlagen. Auch ein Mehr an kulturellen Ange­boten oder ein Seniorenspielplatz standen auf der Wunschliste der älteren Generation. 

Mehr Freiräume für die Jugendlichen

Da in die leer stehenden Wohnungen größtenteils wieder Familien mit Kindern einziehen, war auch die Situation der Jugendlichen ein wichtiges Thema. Während natürlich der Grünraum und auch das umfassende Angebot an Schulen und Kindergärten für Familien sehr gut sind, wurden die Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum der Hansson-Siedlung als eher mangelhaft bezeichnet. „Bei unserer Stadtteilbegehung war auffällig, dass Räume und Plätze für Jugendliche in der Siedlung sehr rar sind“, bedauert Lenk.
Zudem kommt, dass Radfahren, Fußballspielen und Skaten verboten sind. Ein Wunsch der Schulsozialarbeit war es daher unter anderem eine Ganztagsschule in der Per-Albin-Hansson-Siedlung einzurichten. Dieser Wunsch kam auch ganz deutlich von Schülern und Eltern. Denn derzeit gebe es keine klar ­definierten Orte für Jugendliche, wo sie sich aufhalten oder zurückziehen können, ohne mit anderen Gruppen „zusammenzustoßen“.

? Bassena 10, Ada-Christen-Gasse 2, Tel.: 688 53 57

  • Adresse: Ada-Christen-Gasse 2, 1100 Wien

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