Mehr als 700.000 bei Mozart zu Gast

Wolfgang Amadeus’ Weibergeschichten sind legendär – eine jedoch wurde besonders berühmt. Jene nämlich, als das sechsjährige Musikgenie im Schloss Schönbrunn auf den Schoß Maria Theresias hüpfte und ihr frech einen Kuss auf die Wange drückte – so will es zumindest die Überlieferung (siehe unten).

Mit Museum und Konzerten zum Erfolg

Erinnerungen an Mozart, der am 5. 12. 1791 in seiner Wohnung in der Rauhensteingasse (1. Bezirk) starb, gibt es zahlreiche – Straßennamen, Denkmäler, Brunnen, Tafeln etc. Von seinen zahlreichen Wohnungen ist in der Bundeshauptstadt jedoch nur noch eine erhalten. Selbst das Gebäude, in dem sich die Sterbewohnung befand, gibt es längst nicht mehr, heute steht an seiner Stelle das Kaufhaus Steffl. Nur die Domgasse 5 konnte sich bis ins 21. Jahrhundert retten. Deswegen wurde diese Adresse vor nunmehr fünf Jahren zum "Mozarthaus Vienna" ausgebaut. Die Wohnung selbst befindet sich im ersten Stock und wird vom Wien Museum wissenschaftlich betreut. Es handelt sich um die vornehmste, größte und teuerste Wohnung, die Mozart jemals hatte.

Die Institution ist jedoch nicht nur Museum, sondern auch lebendiger Ort für Konzerte und Musikvermittlung. "Das Haus in der Domgasse 5 hat sich als Fixpunkt in der Wiener Museumsszene etabliert und ist neben dem Theater an der Wien das wichtigste und nachhaltigste Projekt des Mozartjahres 2006“, freute sich Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny anlässlich des Jubiläums. Binnen kurzer Zeit hat sich das "Mozarthaus Vienna" seinen Platz unter den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt gesichert. Seit der Eröffnung wurden rund 700.000 Besucher aus dem In- und Ausland gezählt. Selbstverständlich steht Wolferl selbst im Mittelpunkt der Aktivitäten. Auf vier Ebenen bietet es Informationen über Mozarts Wiener Jahre, die den Höhepunkt seines Schaffens darstellen. Die Dauerausstellung vermittelt vor allem auch Schulklassen Wissenswertes.

Sonderausstellungen und ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm machen das Haus darüber hinaus – abermals – zu einem Ort der Musik, Begegnung und vor allem Nachwuchsförderung. Bei den Konzerten 2011 stehen renommierte Künstler wie das Esterházy Ensemble oder Paul Gulda ebenso auf der Bühne wie die Talente des "prima la musica"- oder des "Amadeus"-Wettbewerbs. Im Bösendorfer-Saal finden Klavier-, Kammermusik- und Liederabende statt. Immer wieder bietet das Mozarthaus auch Vorträge, Lesungen und Symposien.

Ausstellung: Mozart und seine Frauen

Wegen des großen Besucheransturms wurde die Jubiläumsausstellung "Mozart und die Frauen" bis 1. Mai verlängert. Gezeigt wird historisches Material wie Briefe, Dokumente und Porträts ebenso wie eine zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema. Das erste Konzert in diesem Jahr findet am 16. Februar mit dem Esterházy Ensemble statt. Dabei kommt ein besonders wertvolles historisches Musikinstrument zum Einsatz: ein Baryton von J. Seelos aus dem Jahr 1695.

  • Karten für das Konzert unter Tel.: 512 17 91-70, € 20,–, Beginn 19.30 Uhr.
  • Eintritt in das Mozarthaus ­Vienna: € 9,–
  • 1., Domgasse 5
  • www.mozarthausvienna.at

Wolfgang Amadeus Mozart und Maria Theresia

Das Schloss Schönbrunn, Sommersitz von Maria Theresia, war einer der Dreh- und Angelpunkte in der Geschichte des Komponisten. Zum ersten Mal war er bereits als sechsjähriger Wunderknabe hier. 1762 gab er im Spiegelzimmer für Maria Theresia auf dem Clavichord, einem Vorfahren des Klaviers, ein Konzert. Im Anschluss soll Mozart der Monarchin frech auf den Schoß gehüpft sein, sie umarmt und auf die Wange geküsst haben. Konzerte vor Adeligen, besonders natürlich vor der mächtigsten Frau des Reiches, waren enorm wichtig für die Karriere.

1786 kehrte Mozart als 30-Jähriger nach Schönbrunn zurück. Diesmal gab der Sohn Maria Theresias, Joseph II., den Anstoß. In der Orangerie veranstaltete der Kaiser einen musikalischen Wettstreit zwischen Mozart und Hofkapellmeister Salieri. Loeschenkohl hat diesen in einer Radierung festgehalten, welche in der Bibliothek der Uni Wien verwahrt wird.

  • Adresse: Schönbrunn, 1130 Wien

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